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Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre)

Familie: Dickblattgewächse (Crassulaceae), Gattung: Mauerpfeffer / Fetthennen (Sedum)
"Ein scharfes Gewürzkraut, welches man nicht nur wild auf trockenen Felsvorsprüngen, sondern auch in der Zivilisation auf Mauern vorfindet."
Bestimmung
Blätter: wechselständig; im Längsschnitt eiförmig, 4 bis 6 mm lang, im Querschnitt halbkreisförmig, am Ende stumpf; am Blattgrund ohne Sporn; kahl
Stängel: 3 bis 15 cm hoch; unten reich verzweigt und bogig aufsteigend; kahl; auch sterile Triebe vorhanden
Blüten: dicht am Stängelende angeordnet; Einzelblüten mit 5 gelben lanzettlich-spitzen Kronblättern; blüht Juni / Juli
Früchte: Balgfrucht mit vielen Samen
Zeigerwerte: sehr hell, sehr trocken (Feuchtigkeit stark wechselnd), nährstoffarm, schwach sauer bis neutral
typische Standorte: Felsen, Kiesflächen, Mauern
Fotos




Verwendung
wichtige Inhaltsstoffe: Alkaloide (z.B. Sedacrin, Sedinin,…), Flavonoide, je nach Quelle wenig Protoanemonin
Giftigkeit*: Der Scharfe Mauerpfeffer wirkt brennend-scharf, was je nach Quelle teils auf die enthaltenen Alkaloide, teils aber auch auf das Protoanemonin zurückgeführt wird. Auf jedenfall kann ein Verzehr grösserer Mengen Verdauungsbeschwerden verursachen, weshalb die Art nur im Gewürzmass verwendet werden sollte (was ja auch nur schon angesichts der Schärfe im Geschmack durchaus Sinn macht). Bei Kontakt mit dem Pflanzensaft, kann es auf der Haut zu lokalen Reizungen kommen.
mögliche Kulinarische Verwendung*: zu den Grundrezepten
Blätter / Blüten (würzig, scharf, herb): Gewürz (frisch und roh verwenden!)
Beschreibung
Die Arten aus der Familie Mauerpfeffer / Fetthenne gehören zur Familie der Dickblattgewächse und besiedeln in der Regel sehr trockene Stellen. Die Pflanzen sind u.a. durch immergrüne und sukkulente (wasserspeichernde) Blätter und meist ebenfalls verdickten Stängeln gekennzeichnet. Wenn an den sehr trockenen Standorten bei Regen mal Wasser vorhanden ist, wird dieses umso mehr so gut es geht in der Pflanze gespeichert. Die Verdunstung tagsüber wird u.a. dadurch reduziert, indem die Spaltöffnungen zur Aufnahme von CO2 (für die Photosynthese) tagsüber geschlossen sind. Das für den Tag benötigte CO2 wird nur nachtsüber aufgenommen und in der Pflanze in Form von Apfelsäure gespeichert.
Der Weisse Mauerpfeffer wächst v.a. auf felsigem Terrain, auf Schuttfluren und auch im Siedlungsgebiet auf Mauern. Die vegetative Ausbreitung spielt im Gegensatz zu anderen Mauerpfeffer-Arten keine grosse Rolle, so dass die Ausbreitung vor allem generativ mit den Samen erfolgt. Diese fallen bei Reife zu Boden und werden später meist noch etwas durch den Wind fortgeweht oder mit Oberflächenwasser fortgespült. Für möglichst optimale Keimbedingungen gelangen diese so idealerweise in Ritzen oder Spalten. In der Schweiz liegt das Hauptverbreitungsgebiet vor allem im Jura (dort v.a. auf Felsvorsprüngen), dem westlichen Mittelland und den inneralpinen Trockentälern.
Der Scharfe Mauerpfeffer ist immergrün und übersteht dabei auch im Winter den Frost problemlos, resp. kann deshalb auch das ganze Jahr über gesammelt werden. Wegen den Inhaltsstoffen, die sich beim Verzehr scharf anfühlen, ist es die Art ein typisches Gewürzkraut. Die Schärfe entfaltet sich dabei meist erst im Nachgeschmack und verliert sich beim Trocknen der Pflanzenteile. Die Pflanze wurde früher oft zur Begrünung von Dächern verwendet, wurde ihm doch einem Blitz-schützende Wirkung nachgesagt. In der Volksheilkunde wurde der Pflanzensaft früher als Warzenmittel, bzw. Mittel gegen Hühneraugen und Blasen genutzt.
mögliche Verwechslungen
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zum Autor: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus
Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.
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