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das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

Meerrettich (Armoracia rusticana)


Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae), Gattung: Armoracia


Blätter: Grundrosette und wechselständige Stängelblätter


Stängel: 40 bis 120 cm hoch; erst oben verzweigt; kantig; hohl; kahl


Blüten: Einzelblüten in endständiger Rispe angeordnet; 4 weisse Kronblätter; blüht Mai


Früchte: eiförmige Schote, 4 bis 6 mm lang; glatt; Fruchtstiel aufrecht bis abstehend und 2 bis 4x so lang wie die Früchte


typische Standorte: Ruderalflächen, ruderale Wegränder


Die ursprüngliche Heimat des Meerrettichs erstreckt sich vom Osten Mitteleuropas, über den Balkan bis in den Nahen Osten / Kaukasus. Die Art wird seit Jahrhunderten in Mitteleuropa als Kulturpflanze angebaut und hat sich durch Verwilderung lokal auch als Wildpflanze etabliert. Es handelt sich um eine Pionierpflanze, die vor allem ruderale Fläche besiedelt. Kulinarisch und arzneilich werden die dicken Wurzeln verwendet, die stets fleischig-saftig ist, d.h. nie verholzen (höchstens im Alter etwas faserig werden). Sie wurden bereits seit Jahrhunderten bei Harnwegsbeschwerden eingesetzt. Eine Bearbeitung von HMPC für die innerliche Anwendung liegt bisher nicht vor. Die Kommission E anerkannte damals Anwendung als unterstützende Massnahme zur Behandlung von Harnwegsinfekten. Wirkstoffe sind die enthaltenen Senföle. Verwendet werden die frischen Wurzeln, Pulver aus den getrockneten Wurzeln oder Wurzel-Presssaft. Als Tagesdosis werden 20g frische Wurzeln, resp. 1g Wurzelpulver angegeben.


Allerdings liegen Untersuchungen v.a. für die Kombination Meerrettich / Kapuzinerkresse vor. Dabei wird eine mögliche antibakterielle Wirkung in der Blase diskutiert. So gibt es z.B. Hinweise, dass sich die unwirksamen Abbauprodukte der Senföle (die Mercaptursäuren) im Harn zu Senfölen (den eigentlich antibakteriell wirkenden Stoffen) in genügend hoher Konzentration rückumwandeln würden (Marton et al 2012). In einer klinischen Studie (Stange et al 2017) zeigt die Behandlung bei akuten Blasentzündungen mit einem Präparat dieser Kobi zwar einen Trend zur Wirksamkeit, doch eine Gleichwertigkeit zu Antibiotika konnte nicht nachgewiesen werden. Eine neuere Studie zur Prophylaxe bei wiederkehrenden Blasenentzündungen (Albrecht et al 2026), zeigt hingegen eine signifikante Wirkung gegenüber dem Placebo.



zum Autor: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus

Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.

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