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das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

Schöllkraut (Chelidonium majalis)


Familie: Mohngewächse (Papaveraceae), Gattung: Schöllkraut (Chelidonium)


Achtung: Giftpflanze !

Blätter: wechselständig; 5 bis 30cm lang; unregelmässig fiederteilig bis gefiedert; Fiedern eiförmig und am Rand grob gekerbt; blaugrün


Stängel: 30 bis 80 cm hoch; verzweigt; blaugrün; behaart; im Innern mit gelbem Milchsaft


Blüten: in kleinen Dolden angeordnet; 4 gelbe und ca. 1 cm lange Kronblätter; blüht April bis September


Früchte: längliche Schote, ca. 2 bis 5 cm lang


typische Standorte: Ruderalflächen, Unkrautfluren, Mauern


Beim Schöllkraut handelt es sich um eine Giftpflanze, bei der von jeglichem Verzehr abgeraten wird! Das Giftarsenal besteht dabei aus einer Mischung von Alkaloiden (u.a. Chelidonin), die leberschädigend wirken. Gleichzeitig haben diese aber auch krampflösende Eigenschaften, was bei krampfartigen Magen-Darmbeschwerden hilfreich ist und auch durch zahlreiche klinische Studien bestätigt worden ist.  Da es sich um eine Giftpflanze mit geringer therapeutischer Breite und der Gefahr einer Vergiftung handelt, wird von einer Selbstmedikation durch einen Tee aus dem Kraut dringend abgeraten! In Fertigpräparaten kann die Dosis hingegen gut kontrolliert werden, da diese auf einen bestimmten Alkaloidgehalt standardisiert werden können. Bekannt ist z.B. das Medikament «Iberogast Classic», wo Schöllkraut Bestandteil davon ist. HMPC rät jedoch wegen leberschädigenden Wirkungen mittlerweile auch von Fertigpräparaten ab. $


Ist der Volksheilkunde das Schöllkraut auch ein traditionelles Hausmittel gegen Warzen, indem der gelb-orange Saft im Innern des Stängels zwei Mal am Tag auf die Warze aufgetragen wird. Studien dazu gibt es dazu nicht und auch eine Bearbeitung von HMPC oder ESCOP liegt hierzu nicht vor. Die Alkaloide im Milchsaft haben dabei aber nicht nur antivirale Eigenschaften, sondern hemmen auch die Zellteilung, so dass an dieser konkreten Wirkung auch tatsächlich was dran sein könnte.

Keine innerliche Anwendung, da hochgiftig !



zum Autor: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus

Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.

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