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Augentrost (Euphrasia rostkoviana aggr.)
Familie: Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae), Gattung: Augentrost (Euphrasia)
Blätter: gegenständig; sitzend; herz- bis eiförmig, etwa so lang wie breit (oder leicht länger), bis 1.5 cm lang; grob gesägt (auf beiden Seiten je 3-6 spitzen Zähne); v.a. obere Blätter drüsig behaart (Drüsenhaare können auch fehlen)
Stängel: 5-25cm hoch; stark verzweigt bis unverzweigt; oben mit Stieldrüsen
Blüten: Einzelblüten aus den Blattachseln in den oberen Stängelbereichen; Krone 8 bis 14mm lang; zygomorph; Kronblätter weiss und mit violetten Längsadern; unteres Kronblatt (Unterlippe) mit gelbem Fleck; blüht Juni bis Oktober
Früchte: Kapselfrucht, die kürzer als der Kelch ist
typische Standorte: Wiesen, Weiden, Moore (v.a. in höheren Lagen, wie Jura, Mittelland-Hügel und Alpen)
Der Wiesentrost in eine einjährige Pflanze und ist typisch für Bergwiesen im Jura und den Alpen. Wie für die Familie der Sommerwurzgewächse typisch, handelt es sich um einen Schmarotzer, der über Saugwurzeln bei anderen Pflanzen die Nährstoffe entzieht. Einen Teil der Nährstoffe produziert die Pflanze jedoch selbst, so dass es sich um einen sogenannten «Halbschmarotzer» handelt. Die wissenschaftliche, taxonomische Einteilung ist innerhalb der Gattung Augentrost (Euphrasia) schwierig und auch umstritten. Dies weil die verschiedenen Arten untereinander hybridisieren können. Die in der Schweiz vorkommenden Arten und Unterarten werden deshalb bequemerweise zu einer Artengruppe Euphrasia rostkoviana aggr. zusammengefasst. Andere Autoren beschreiben diese Artengruppe als eine Art und nennen sie Euphrasia officinalis.
Die violetten Längsadern der Kronblätter, mit denen Insekten für die Bestäubung angelockt und zur Mitte der Blüte geführt werden, erinnern ein bisschen an Augenlider. Aus diesem Grund wurden früher dem Augentrost nach der Signaturenlehre heilende Wirkungen auf das Auge zugeschrieben. Aufgrund der enthaltenen Inhaltsstoffe (Aucubin, Gerbstoffe) könnte ein Augenbad mit Augentrost-Tee möglichweise bei Entzündungen in den Augen tatsächlich antimikrobiell und entzündungshemmend wirken, wobei das Ganze bisher nicht wissenschaftlich untersucht wurde. HMPC kam bei der Beurteilung zum Schluss, dass die Anwendung wegen dem fehlenden Wirknachweis und den Gefahren durch hygienische Gründe, nicht empfohlen werden kann. Tatsächlich muss bei selbst hergestellten Lösungen zu beachten, dass kleine Schwebstoffe im Tee die Augen reizen können und die Augen sind ja schliesslich einerseits sehr wichtige, gleichzeitlich auch sehr empfindliche Organe! Steril zubereitete Augentropfen auf Basis von Augentrost sind jedoch in den Drogerien oder oft auch in den Supermärkten erhältlich.
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zum Autor: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus
Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.
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