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Zaun-Wicke (Vicia sepium)

Familie: Hülsenfrüchte / Schmetterlingsblütler (Fabaceae), Gattung: Wicke (Vicia)
"es handelt sich um ein Kraut, welches wegen den Inhaltstoffen nur in kleinen Mengen konsumiert werden darf"
Bestimmung
Blätter: wechselständig; 1-fach und paarig gefiedert, 8-14-zählig; am Blattende (statt einer Fieder) eine verzweigte Ranke
Fiedern: eiförmig bis eilanzettlich, 1 bis 3 cm lang; Blattende bespitzt; leicht behaart; viele gerade 45 Grad Seitennerven
Nebenblätter: eiförmig, mit purpurbraunem Fleck
Stängel: Hauptachse am Boden kriechend; aus der Hauptachse treten aufrechte (bis 90 cm hohe), kantige und weiche Stängel hervor, die mit Hilfe der Blattranken entlang anderer Pflanzen hochklettern können
Blüten: violette Schmetterlingsblüten; in Trauben à 3-6 Einzelblüten angeordnet; Einzelblüten abstehend bis nickend und jeweils in dieselbe Richtung weisend; blüht April bis Juli
Früchte: 2 bis 3.5 cm lange Hülsenfrucht; mit 3-6 Samen
Zeigerwerte: halbschattig, mässig feucht, mässig nährstoffarm bis mässig nährstoffreich, schwach sauer bis neutral
typische Standorte: Waldrand, Waldweg-Rand, Gebüsche, Fettwiesen
Fotos






Verwendung
*Giftigkeit: enthält evtl. Giftstoffe wie Blausäureglykoside, Vicin oder Lathyrogene und sollte nur in ganz kleinen Mengen konsumiert werden!
Wichtige Inhaltsstoffe: Gerbstoffe (v.a. in älteren Blättern), Flavonoide, Blausäureglykoside (evtl. auch nicht), Vicin (möglicherweise nur in Spuren), hoher Proteingehalt (ca. 20% der Trockenmasse)
mögliche Kulinarische Verwendung*:
junge Blätter (aromatisch, herb): Gemüsebeigabe
Beschreibung
Die Zaun-Wicke ist in der Landwirtschaft eine beliebte Futterpflanze, denn sie enthält viel hochwertiges Eiweiss. Beim dunklen Fleck auf den Nebenblättern handelt es sich um Nektarien, d.h. Nektar absondernder Drüsen. Diese dienen dazu Ameisen anzulocken, die wiederum Fressfeinden der Zaun-Wicke jagen. Mit den Ranken am Ende der Blätter können die Wicken entlang anderer Pflanzen oder Objekten hochzuklettern.
Innerhalb der Gattung der Wicken gibt es in Mitteleuropa etwa 30 heimische Arten. Die meisten von ihnen haben Blattranken. Die typischen dunkleren Nektarien auf den Nebenblättern findet man ansonsten nur noch auf der ebenfalls weit verbreiteten Futter Wicke (Vicia sativa).
Kulinarisch ist bei den Wicken Vorsicht geboten, denn diese enthalten Giftstoffe wie Blausäureglykoside, Vicin und Lathyrogene und zwar je nach Art mit unterschiedlichem Gehalt. Je nach Quelle enthält die Zaunwicke dabei keine oder nur Spuren dieser Giftstoffe, andere Quellen sind da wiederum etwas vorsichtiger. In kleinen Mengen ist der rohe Verzehr der Zaunwicke aber sicher kein Problem (gilt jedoch nicht für anderen Wicken-Arten!). Wer bei der Zaunwicke auf Nummer sicher gehen will, kann bei grösseren Mengen die Pflanzenteile vor dem Verzehr über Nacht im Wasser einweichen (dieses Wasser wird im Anschluss weggeschüttet) und im Anschluss kochen. In den Samen sind die Giftstoffgehalte höher, weshalb man diese nicht verzehren darf.
Die Giftwirkung von Vicin (Zersetzung roter Blutkörperchen, entsprechende Krankheit wird auch «Favismus» genannt) stellt sich übrigens nur bei Personen ein, die einen genetisch bedingten Mangel an einem bestimmten Enzym (Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase) aufweisen, wobei dies ca. 8% der Weltbevölkerung betrifft.
mögliche Verwechslungen
Futter-Wicke (Vicia sativa) – ohne entsprechende Zubereitung giftig
Die Pflanze stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und wird bei uns als Futterpflanze angebaut. Sie tritt aber auch verwildert auf. Sie enthält deutlich höhere Giftstoffgehalte und das Zubereitungsprotokoll aus nur kleine Mengen, im Wasser Einweichen und anschliessend Kochen sollte hier unbedingt eingehalten werden!
Gemeinsamkeiten (u.a.)
gefiederte Blätter, die jeweils eine verzweigte Endranke aufweisen, Fiedern bespitzt
Nebenblatt meist mit dunklem Fleck
Unterschiede (u.a.)
Fiedern verkehrt-eiförmig bis lanzettlich (mit keilförmigem Grund)
Schmetterlingsblüten meist einzeln (oder zu zweit / zu dritt) aus den Blattachseln, Kronblätter können auch rötlich gefärbt sein
Vorkommen auch auf trockenen bis feuchten Äckern

Vogel-Wicke (Vicia cracca) – in grösseren Mengen ohne entsprechende Zubereitung giftig
Toxikologisch entsprechen die Giftstoffgehalte ungefähr der Zaun-Wicke.
Gemeinsamkeiten (u.a.)
gefiederte Blätter, die jeweils eine verzweigte Endranke aufweisen, Fiedern eilanzettlich, bespitzt
ähnliche Standorte
Unterschiede (u.a.)
Fiedern schmaler, OS leicht bis stark behaart, US dicht behaart
Nebenblatt ohne dunklen Fleck
Schmetterlingsblüten meist in Trauben à 5 bis 40 Stück, Kronblätter können auch bläulich gefärbt sein, blüht Juni bis August


zum Autor: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus
Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.
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