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das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

Borretsch (Borago officinalis)


Familie: Raubblattgewächse (Boraginaceae), Gattung: Borretsch (Borago)


Blätter: Grundrosette und wechselständig; oval bis lanzettlich, 6 bis 15 cm lang; gewellt bis unregelmässig gezähnt; am Grund rasch in einen geflügelten Blattstiel verschmälernd; steifhaarig; obere Blätter den Stängel herablaufend


Stängel: 20 bis 70 cm hoch; steifhaarig


Blüten: in einem weit auslandenden Blütenstand angeordnet; 5 blaue, am Ende zugespitzte Kronblätter; mit weissen Schlundschuppen; Durchmesser 2 bis 3 cm; Kelchblätter schmal lanzettlich; blüht Mai bis August


typische Standorte: sonnige Schuttplätze und Wegränder, Weinberge


Der Borretsch ist eine einjährige Pionierpflanze und stammt aus dem zentralen bis westlichen Mittelmeerraum. Die Römer brachten die Arten dann nach Mitteleuropa, wo sie seither Zier-, Küchen- und Heilpflanze angebaut wird. Die Samen besitzen ein kleines ölreiches Anhängsel (Elaiosom), wodurch diese von den Ameisen verbreitet werden. Damit verwildert die Art auch in Mitteleuropa immer wieder aus den Gärten heraus (v.a. in den etwas wärmeren Regionen). Kulinarisch werden v.a. die jungen Blätter und Triebspitzen verwendet, die ein ausgeprägtes Gurkenaroma aufweisen (deshalb auch das Synonym «Gurkenkraut»). Die milden Blüten eigenen sich wiederum als essbare Dekoration. Die Art enthält auch Pyrrolizoidinalkaloide (PA), allerdings solche (v.a. Thesinin) die aufgrund der Molekularstruktur eher nicht als toxisch (leberschädigend, bzw. potentiell krebserregend) gelten und auch das nur in sehr geringer Konzentration.


Als Heilpflanze galt die Art in der Antike und später auch in der Klosterheilkunde als «nützlich gegen Traurigkeit» und «mutmachend». Nachdem man im 20. Jahrhundert im Borretschöl (aus den Samen gepresstes Öl) den hohen Gehalt an Gammalinolensäure (Gehalt: 20 bis 24% > doppelt so hoch wie beim Nachtkerzenöl). entdeckt hat, wurde dies zur Behandlung von Neurodermitis interessant (mehr zum Wirkmechanismus hier). Bei der inneren Einnahme beträgt die Tagesdosis 0.5-3g Borretschöl (entspricht ca. 100-750g Gammalinolensäure). Borretschöl ist im Handel als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich (Wichtig: Nur explizit für die innere Anwendung verkaufte Borretschöle verwenden! Denn es gibt auch Produkte zur äusseren Anwendung, die als Kosmetikprodukte gelten und möglicherweise keine Lebensmittelqualität aufweisen!). Es gelten bei der Einnahme dieselben Warnhinweise wie beim Nachtkerzenöl! Wichtig zu erwähnen ist, dass Borretschöl bisher weder von ESCOP, noch von HMPC bearbeitet wurde. Die Kommission E hat dem Borretsch damals wegen den möglichen gesundheitlichen Risiken aufgrund der Pyrrolizidinalkaloide eine negative Beurteilung verpasst (entspricht jedoch nicht mehr dem Wissensstand von heute).


zum Disclaimer über Heilpflanzen-Angaben


Keine Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren! Auf die Einnahme bei Schwangerschaft, Stillzeit oder gleichzeitiger Einnahme von Blutgerinnungshemmer ist zu verzichten !



zum Autor: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus

Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.

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