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Cirrostratus
Cirrostrati sind die schichtförmigen Wolken des oberen Stockwerkes. Die Wolke an sich ist unspektakulär. Sie kann einen Teil oder auch den ganzen Himmel bedecken. Meist handelt es sich um einen weissen transparenten Schleier, der die Sonne noch durchscheinen lässt (Achtung: gilt nicht bei flacher Sonne). Dabei scheint der Himmel lediglich etwas milchig getrübt. Dies hat mit dem geringen Wassergehalt in dieser Höhe zu tun, welche die Dichte der Wolke stark begrenzt. Nebst völliger Strukturlosigkeit (Cirrostratus nebulosus) kann auch eine faserige Struktur (Cirrostratus fibratus), ähnlich wie bei den Cirren auftreten.
Spektakulär sind die hervorgerufenen Haloeffekte, die nur in Eiskristallwolken auftreten können. Sie geben Aufschluss über die Form und Einregelung der Eiskristalle, was jedoch ein Thema für sich ist. Manchmal ist die Cirrostratus-Bewölkung so unscheinbar, dass nur das Vorhandensein von Halos die Wolkenschicht verrät.

Cirrostratus: hohe Wolke + schichtförmig
(Quelle: CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=454079)
Entstehung von Cirrostratus
grossräumige Aufgleitvorgänge vor Warmfronten / Warmfrontokklusionen
Verwachsen von einzelnen Cirren und Cirrocumuli
Ausdünnen von Altostratus (verbleibender oberer Bereich)
Verwehen und Zusammenwachsen zahlreicher Kondensstreifen bei starkem Wind und hoher Luftfeuchtigkeit («Cirrostratus homomutatus»)¨
> mehr zu diesen Prozessen im Abschnitt "Wolken-Entstehung und -Auflösung"
Arten von Cirrostratus
Cirrostratus fibratus: Struktur mit parallel angeordneten Fasern (sehen aus wie sehr ausgedehnte Cirrus fibratus)

Cirrostratus fibratus: so etwas wie eine «grossflächige Cirrus fibratus»
(Quelle: Rémi Guillot - Opera propria, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1876447)
Cirrostratus nebulosus: strukturlose Schicht, sieht eher aus wie eine gleichmässige milchige Trübung

Cirrostratus nebulosus mit Halo
(Quelle: Mitchell Underwood - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=99843640)
Unterarten von Cirrostratus
duplicatus: kann u.a. an unterschiedlichen Richtungen der Fasern erkannt werden.
undulatus: wellenförmiges Muster

Cirrostratus fibratus undulatus (unten)
(Quelle: CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=101258)
mögliche Verwechslungen bei Cirrostratus
Wolke bedeckt nur kleine Bereiche des Himmels: Cirrus
graue Wolkenunterseite, verdunkelt die Sonne oder den Mond deutlich: evtl. Altostratus oder Stratus
kleine Haufen <1°: Cirrocumulus
Trübung geht von der Erdoberfläche aus und hat evtl. einen leicht gelblich bis braunen Touch: Dunst (ist bei Absenz von Hügeln oder hohen Gebäuden schwierig von Cirrostratus nebulosus zu unterscheiden)

Dunst: Die milchige Trübung geht vom Boden aus.
(Quelle: Doggo19292 - Own work, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=102112925)
Deutung von Cirrostratus
Wenn die Cirrostratus-Bewölkung von Westen her auf Cirren folgt und danach eine weitere Verdichtung zu grauem Altostratus stattfindet, dann deutet dies auf das Anrücken einer Warmfront / Warmfrontokklusion hin. Mit dem Auftreten von Cirrostratus ist in wenigen Stunden mit dem Beginn des Frontregens zu rechnen. Im Gebirge setzt der Niederschlag schon ein paar Stunden früher ein.
Wolken Grundlagen
Wolken-Bildung und -Auflösung - Grundlagen der Wolkenklassifikation - Zeichen der Wolken-Bestimmung
Wolkengattungen:
Cirrus - Cirrocumulus - Cirrostratus - Altocumulus - Altostratus - Nimbostratus - Stratus - Stratocumulus - Cumulus - Cumulonimbus / Gewitterphänomene
gattungsübergreifende Wolken-Arten
stratiformis - nebulosus - fibratus - lenticularis - castellanus - floccus - fractus
gattungsübergreifende Wolken-Unterarten
translucidus - perlucidus - opacus - radiatus - undulatus - lacunosus - duplicatus
gattungsübergreifende Wolken-Sonderformen
virga - praecipato - cavum - mamma - fluctus - asperitas
gattungsübergreifende Begleitwolken

