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erdflow-Wolkenatlas, der Online-Atlas für praxisorientierte Wetterkunde

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Altostratus


Bei Altostratus handelt es sich um die schichtförmigen Wolken des mittleren Stockwerkes. Die Schicht erstreckt sich über den ganzen oder einen grossen Bereich des Himmels. Die vertikale Ausdehnung umfasst meist mehrere hundert bis tausende Meter. In den oberen Bereichen der Wolke befinden sich sowohl Wassertropfen, als auch Eiskristalle (ganz oben meist ausschliesslich Eiskristalle). Altostrati sind strukturlos (wenn, dann leicht faserig), d.h. ohne Einteilung in einzelne Elemente. Wenn das doch der Fall ist, dann handelt es sich um Wolkenfetzen unter der Altostratus-Schicht (pannus). Doch auch dann ist hinter den Fetzen die etwas hellere, strukturlose, verschwommene Wolkenuntergrenze noch sichtbar.


Durch die grosse vertikale Ausdehnung der Wolkenschicht wird viel Licht absorbiert, so dass an der Untergrenze ein deutlich graue Färbung vorliegt. Die Sonne und der Mond werden meist vollständig verdeckt (-opacus). Wenn sie noch durchscheinen können, dann sind deren Ränder jedoch verschwommen, evtl. unter Bildung eines Kranzes (jedoch keine Halos).


Die Höhe der Wolke im Alt-Stockwerk kann indirekt daran erkannt werden, dass der Blick in den Horizont frei ist (wenn, dann ist er durch Dunst oder verdichtender Bewölkung verdeckt). Berge in der Nähe können auch eine direkte Höhenbestimmung möglich machen. Die Höhe bedingt auch, dass man hoch oben im Gebirge meist eingenebelt wird. Niederschlag aus Altostratus kann auch die Erdoberfläche erreichen (praecipitatio). Gerade bei Niederschlag (virga oder praecipitatio) ist die Wolkenuntergrenze schwierig zu erkennen und sehr verschwommen. Die Schneefallgrenze kann durch die bessere Durchsicht im Regen erkannt werden. Mit dem Niederschlag bilden sich unter der Wolke auch pannus-Fetzen.



Altocumulus stratiformis (opacus) asperitas

Altostratus translucidus: virga-Niederschläge vernebeln die Wolkenunterseite

(Quelle: Earth100.Earth100 - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19426429)


Entstehung von Altostratus


Altostratus-Wolken können durch verschiedene Prozesse entstehen:



> mehr zu diesen Prozessen im Abschnitt "Wolken-Entstehung und -Auflösung"


Arten bei Altostratus


Bei Altostratus gibt es keine Einteilung in Arten!


Unterarten bei Altostratus


translucidus: Position von Sonne/Mond hinter der Wolke gut sichtbar


Altostratus translucidus

Altostratus translucidus

(Quelle: CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=243704)


opacus: Sonne / Mond werden hinter der Wolke komplett verdunkelt.


Altostratus opacus

Altostratus opacus

(Quelle: Kr-val - Own work, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8319321)


duplicatus: zwei oder mehrere Wolkenschichten übereinander, meist nicht von blossem Auge zu erkennen


radiatus: Bänder mit nur schwachem Kontrast, dabei keine Gliederung in einzelne Altocumulus-Elemente!


Altostratus radiatus (undulatus)

Altostratus radiatus (undulatus)

(Quelle: Famartin - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=98363311)


undulatus: wellartige Strukturen sind an Helligkeitsunterschieden erkennbar, dabei jedoch keine Gliederung in einzelne Altocumulus-Elemente!


Altocumulus (translucidus) undulatus

Altocumulus (translucidus) undulatus

(Quelle: ©Menyhert - stock.adobe.com)


Sonderformen bei Altostratus


virga: Fallstreifen aus Niederschlag, welcher den Boden nicht erreicht


Altostratus virga: diese sind auf dem Bild (von der Seite her) gut sichtbar. Sie vernebeln ausserdem die Wolkenuntergrenze.

Altostratus virga: diese sind auf dem Bild (von der Seite her) gut sichtbar. Sie vernebeln ausserdem die Wolkenuntergrenze.

(Quelle: Famartin - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=32033087)


Altostratus opacus undulatus virga: An den Stellen, die verwischt erscheinen, befinden sich Fallstreifen

Altostratus opacus undulatus virga: An den Stellen, die verwischt erscheinen, befinden sich Fallstreifen

(Quelle: Rollcloud - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=113470558)


praecipitatio: Fallstreifen aus Niederschlag, welcher den Erdboden erreicht


mamma: beutelförmige Ausstülpungen nach unten


Begleitwolken bei Altostratus


pannus: mit Wolkenfetzen unter der Altostratus-Schicht


Altostratus translucidus mit Pannus-Fetzen

Altostratus translucidus mit Pannus-Fetzen

(Quelle: Janne Naukkarinen - Digicam KUOPIO, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=838115)


Altostratus opacus mit vielen Pannus-Fetzen

Altostratus opacus mit vielen Pannus-Fetzen

(Quelle: Famartin - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=87751069)


mögliche Verwechslungen bei Altostratus


  • Farbe weiss bis durchsichtig und evt. Haloeffekte: Cirrostratus


  • in der Schicht durch Helligkeitsunterschiede sichtbare Ballen, Walzen oder Rollen, evt. mit Lücken: Altocumulus oder Stratocumulus


  • starke Abdunkelung, meist dunkelgraue Untergrenze, tiefe Wolkenbasis, Landregen: Nimbostratus


  • Schicht verdeckt Blick in den Horizont und wenn die Sonne durchscheint, dann ist sie nicht verschwommen (nie mit blossem Auge in die Sonne blicken!): evtl. Stratus


  • Niederschlag in Form von Nieselregel oder feinem Graupel (Griesel): evtl. Stratus


  • Schicht nur gering ausgedehnt, Farbe nur vereinzelt grau: Cirrus spissatus


Deutung von Altostratus


Wenn sie auf Cirrostratus folgen und sich zunehmend zu Nimbostratus verdichten, dann handelt es sich um die Aufzug-Bewölkung einer Warmfront oder Warmfrontokklusion. Mit dem Auftreten von Altostratus ist in Kürze bis wenigen Stunden mit Regen zu rechnen. Dieser dürfte dann mehrere Stunden dauern. Im Gebirge setzt der Niederschlag schon ein paar Stunden früher ein. Meist haben sich unter der Wolke bereits Pannus-Fetzen gebildet. Letztere wachsen indes weiter.


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