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Isländisch Moos (Cetraria islandica)

Seite erstellt von David Büsser - Wildkräuterexperte
Familie: Parmeliaceae, Gattung: Cetraria
"Eigentlich keine Pflanze, sondern eine Flechte. Sie wird aber trotzdem zu den pflanzlichen Arzneimitteln gezählt. In den Alpen oft anzutreffen, handelt es sich um eine Schleimstoff-Heilpflanze, wo ein Tee daraus bei Reizhusten beruhigend wirkt."
Bestimmungsmerkmale und Lebensraum
> wie bestimme / erkenne ich Isländisch Moos und wo kommt es vor?
Bestimmung:
Thallus ca. 4 bis 12cm hoch; blattartiger geformter Thallus, der sich geweihartig verzweigt; Abschnitte rinnig, starr und ledrig-glänzend
Oberfläche fühlt sich ledrig an; OS dunkel-, braun- bis olivgrün; US grün- bis braunweiss und mit hellen grubenartigen Vertiefungen
Zipfel gebogen, und am Rand fein bewimpert
typische Standorte: In der Mitteleuropa findet man Isländisch Moos v.a. in den Alpen oberhalb von 1'500 in lichten-trockenen Nadelwäldern und über der Waldgrenze auf sauren Böden (oft zwischen Heidelbeeren und Heidekraut), resp. im Tiefland über Sandböden. Ansonsten ist die Art auch auf den Britischen Inseln, in Skandinavien (inkl. Spitzbergen), Grönland, Alaska, dem arktischen Kanada und Sibirien verbreitet. Im Hohen Norden werden dabei grossflächige Teppiche ausbildet.
Fotos

©Henrik Larsson – stock.adobe.com


dunkel-, braun- bis olivgrün

grün- bis braunweiss und mit hellen grubenartigen Vertiefungen



Verwendung
> Isländisch Moos als Heilpflanze verwenden
Inhaltsstoffe: Schleimstoffe (Lichenin, Isolichenin), Flechtensäuren, vergleichsweise hoher Jod-Gehalt
Giftigkeit: Isländisch Moos ist ungiftig / problemlos essbar.
Isländisch Moos als Heilpflanze / Heilwirkung von Isländisch Moos / Verwendung in der evidenzbasierten Phytotherapie
zum Disclaimer über Heilpflanzen-Angaben
HMPC anerkennt die Anwendung als Schleimhaut-beruhigendes Mittel zur symptomatischen Behandlung von Irritationen im Mund-Rachenraum, sowie dem damit verbunden trockenen Husten und auch zur Appetitanregung als «traditional use» an.
Gesammelt werden kann Isländisch Moos die ganze schneefreie Periode durch (Schutzstatus beachten). Das Ganze wird am besten bei trockener Witterung gesammelt, zur Lagerung schonend getrocknet und danach in einem geschlossenes Gefäss an einem dunklen Ort aufbewahrt.
Der Geschmack von Isländisch Moos fühlt sich durch den hohen Schleimstoffgehalt sehr schleimig an, bzw. durch die enthaltenen Flechtensäuren bitter. Der Thallus kann als Snack verzerrt werden, doch viel beliebter ist ein Tee aus dem zerkleinerten Flechtenkörper zu den weiter oben genannten arzneilichen Zwecken. Dabei werden 2 bis 4g (ca. 1 bis 2 TL) fein getrocknetes und zerkleinertes Isländisch Moos in 150 ml kochend-heissem Wasser für 10 min ausgezogen. Wenn die Teile erst mit kochendem Wasser übergossen werden, welches sofort abgegossen wird und danach der eigentliche Auszug erfolgt, kann die Bitterkeit reduziert werden. Denselben Effekt kann man durch einen mehrstündigen Kaltauszug erzielen. Die bitteren Flechtensäuren wirken jedoch selbst auch appetitanregend und verdauungsfördernd, teils auch lokal entzündungshemmend und lokal antibakteriell. Zur Appetitanregung können auch Tinkturen verwendet werden (1:5, Ethanol 40%), mit einer Einzeldosis von 1 bis 1.5 ml (20 bis 30 Tropfen). Im Handel sind auch Pastillen und Hustensäfte auf der Basis von wässrigen Extrakten erhältlich.

Sammelkalender


Spannendes über die Art
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Isländisch Moos ist zwar keine Pflanzenart, sondern eine Flechte. Es wird jedoch trotzdem meist im Zusammenhang mit Pflanzen genannt. Isländisch Moos ist nicht nur essbar, sondern eignet sich den hohen Schleimstoff-Gehalt auch gut zur Linderung von Reizhusten oder Entzündungen im Mund-Rachen oder auch Magen-Darmbereich. In Island wird Isländisch Moos seit Jahrhunderten gesammelt und gilt dort in der Volksmedizin u.a. als stärkend und reinigend, sowie wirksam gegen Asthma. Im 18. Jahrhundert schaffte Isländisch Moos dann auch den Durchbruch in Mitteleuropa und wurde in den alpinen Regionen zu einem Exportprodukt.
Flechten allgemein: Bei einer Flechte handelt es sich um eine symbiotische Lebensgemeinschaft zwischen einem Pilz (dem «Mykobiont») und einem Photobionten (Grünalge oder Cyanobakterium). Der Pilz (meist ein Schlauchpilz) bildet dabei die Hauptmasse. Dieser Flechtenkörper besteht aus einem Geflecht von Pilzfäden (Hyphen). Die Photobionten befinden sich im Innern dieses Geflechtes. Dort befinden sie sich oft nahe der himmelzugewandten Oberfläche, direkt unter der äusseren Abschlusschicht, welche «obere Rinde» genannt wird (heteromere Flechten). Die Photobionten können aber auch zerstreut im Pilzgeflecht verteilt sein (homomere Flechten). Die Photobionten produzieren mittels Photosynthese Zucker, von dem sie einen Teil davon dem Pilz liefern. Dieser wiederum bietet den Photobionten durch deren Lage im Pilzgeflecht Schutz vor Fressfeinden, Trockenheit, UV-Strahlung, usw. Der Name einer Flechte wird nach der jeweiligen Pilzart genannt und in der biologischen Systematik werden sie zu den Pilzen gezählt. Im Substrat (Boden, Stein,…) verankert sich der Pilz durch wurzelartige Pilzfäden.
Es gibt verschiedene Gruppen von Flechten, wie Krusten-, Blatt-, Strauch- und Gallertfechten. Beim Isländisch Moos handelt es sich um eine Strauchflechte, also einer Flechte mit strauchähnlicher Wuchsform. Sie hat durch ihre flache Ausbildung aber auch Eigenschaften von Blattflechten.
mögliche Verwechslungen
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zum Autor vom Phytikon: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Dabei gebe ich mein Wissen auch in Kursen weiter. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus.
Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.
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