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Hartriegel, Roter- (Cornus sanguinea)
©M. Schuppich – stock.adobe.com
Familie: Hartriegelgewächse (Cornaceae), Gattung: Hartriegel (Cornus)
Achtung: Giftpflanze !
Habitus: Strauch bis ca. 4m Höhe
Blätter: gegenständig; oval-zugespitzt, 4 bis 8cm lang; ganzrandig; kurz gestielt; kahl (z.T. US behaart); Blattmuster aus wenigen (meist 3-4) Seitennerven, die ca. 45° abzweigen und dann steil umbiegen
Äste / Stamm: braune, schuppig abblätternde Borke; junge Zweige im Herbst/Winter rot
Blüten: blüht Mai bis Juni nach dem Blattaustrieb, z.T. Zweitblüte im August;
Blütenstand: Einzelblüten am Triebende in Trugdolden à ca. 20 bis 100 Einzelblüten
Einzelblüten: 4 weisslanzettliche Kronblätter; 4 Staubblätter; in der Mitte gelb bis oranger Diskus und 2 zusammengewachsene Fruchtblätter
Früchte: schwarze (weiss punktierte), kugelige Steinfrüchte; ca. 6-8mm Durchmesser; im Innern mit grossem Steinkern; abscheulich-widerlicher Geschmack
Anders als die Kornelkirsche, ist der Rote Hartriegel, mit nahezu gleich aussehenden Blättern eine der häufigsten Straucharten in Mitteleuropa. Als wärmeliebender Strauch nimmt sein Vorkommen mit der Höhe rasch ab. Seine schwarzen Früchte sind bei über 30 Vogelarten sehr beliebt, was bei der Ausbreitung der Samen sehr förderlich ist. Einmal etabliert, kann der Rote Hartriegel durch vegetative Vermehrung mittels Wurzelausläufer rasch grössere Bestände bilden. Die Art wurde auch menschlich stark gefördert, indem sie wegen der Standorttoleranz, Pflegeleichtigkeit und Widerstandsfähigkeit gezielt für Hecken angepflanzt wurde. Das dichte, verzweigte Wurzelnetz hilft ausserdem Böschungen vor Erosion zu stabilisieren. In neuerer Zeit spielen bei Neupflanzungen auch ökologische Gründe eine Rolle, denn der Rote Hartriegel ist wichtige Futterpflanze für viele Vögel- und Insektenarten. Die Art blüht in der Regel im Frühsommer und wenn die Bedingungen gut sind, erfolgt meist noch eine zweite, etwas schwächere Zweitblüte im Spätsommer / Frühherbst. Die Früchte sind ab Spätsommer reif und sind dann im Herbst eine wichtige, energiereiche Nahrung für die Zugvögel vor der Abreise. Die Früchte findet man aber auch noch den ganzen Winter durch und sind so auch eine wertvolle Nahrung für hiesige Standvögel. Die jungen Zweige färben sich zum Winter hin auffällig rot (deshalb auch der Name). Dies geschieht durch Einlagerung von Anthocyanen (als Sonnenschutz). Im nächsten Frühjahr werden die Zweige dann aber wieder grünlich.
Die Art gilt als giftig und wird deshalb nicht kulinarisch genutzt. Allerdings werden die Früchte je nach Quelle eher als «unbekömmlich» statt «giftig» beschrieben und sollten dabei gekocht gut zu vertragen sein. Selbstversuche zeigen allerdings, dass ein Fruchtsaft geschmacklich nicht nur sehr bitter und unangenehm ist, sondern auch dezidiert als widerlich-abscheulich beschrieben werden kann!

zum Autor: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus
Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.
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