top of page

das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

Aronstab, Gefleckter- (Arum maculatum)


Familie: Aronstabgewächse (Araceae), Gattung: Aronstab (Arum)


Achtung: Giftpflanze !


Blätter: in Grundrosette angeordnet; pfeilförmig (jüngere Blätter können aber auch teils eiförmig /eilanzettlich sein!), 10 bis 20cm lang; ganzrandig; oft glänzend; Blattnerven verästelt (Netznervatur); teilweise mit schwarzen Flecken


Blüten: gelbgrüne Blütenhülle, die nach oben offen ist; brauner Kolben ragt aus der Hülle hinaus; männliche und weibliche Blüten in der Blütenhülle; blüht April / Mai


Frucht: rote Beere


  • ©Oleh Marchak - stock.adobe.com
  • © Maren Winter- stock.adobe.com

Während Maiglöckchen und Herbstzeitlosen sich in den Standorten nur selten mit dem Bärlauch überschneiden, findet man den Aronstab im «Bärlauchfeld» dazugemischt. Zwar sind die Blätter in der Regel pfeilförmig, doch es gibt immer auch wenige Blätter, die praktisch keine rückwärtsgerichteten Lappen aufweisen und so bei unbedachtem Bärlauch-Pflücken rasch in den Korb gelangen können. Die Giftwirkung beruht auf die mikroskopisch kleinen, nadelförmigen Calciumoxalat-Kristalle (Raphiden), die im Zellgewebe unter Druck stehen. Beim Anbeissen und damit Verletzung des Gewebes schiessen die Raphiden daraus hinaus und bohren sich in die Mundschleimhaut und der Zunge. Dies führt innert Sekunden zu einem stechenden Schmerz und Schwellungen.


Das ebenfalls im Aronstab enthaltene Aroin verstärkt dabei die Gewebereizungen und -Entzündungen. Beim Runterschlucken entstehen nach dem ähnlichen Prinzip schmerzhafte Reizungen und Schwellungen im Rachen (die wiederum zu Schluckbeschwerden und in seltenen Fällen auch Atemnot führen können).) und im Magen-Darmtrakt. Vergiftungen mit dem Aronstab sind nur selten, da die Pflanzenteile wegen dem brennenden Gefühl im Mund rasch wieder ausgespuckt werden.


Die Bestäbung der Blüten erfolgt über die sogenannte "Kesselfalle". Dabei werden die Insekten (v.a. Schmetterlingsmücken) durch kotähnlichen Duft angelockt, der im braunen Kolben abgesondert wird. Ebenfalls wird dort aktiv Wärme produziert und diese lockt die Insekten zusätzlich an (da diese das für einen guten Ort halten die Eier abzulegen). Wenn diese auf dem gelbgrünen Hochblatt landen, können sie in das Innere der Blütenhülle fallen (Oberfläche rutschig), die eine Art Fangkammer darstellt, bei der es schwierig ist wieder rauszukommen (u.a. durch Borstenhaare die wie ein Gitter wirken). In dieser Kammer werden sie mit Pollen bestäubt, bzw. Insekten die bereits zuvor von männlichen Blüten eines anderen Exemplares bestäubt wurden, streifen den Pollen bei den weiblichen Blüten ab. Mit der Zeit erschlaffen die Borstenhaare (Sperrborsten) und die Insekten können wieder herausfliegen. Selbstbestäubung in der Kammer wird durch Vorweiblichkeit verrringert.



zum Autor: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus

​

Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.

folge mir auf Social-Media:

das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

teile diesen wertvollen Content:   

400PngdpiLogo.png

©2021 erdflow. Erstellt mit Wix.com

Outdoor.jpg
bottom of page