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Maiglöckchen (Convallaria majalis)
Familie: Spargelgewächse (Asparagaceae), Gattung: Convallaria
Achtung: Giftpflanze !
Blätter: oval bis breit-lanzettlich, ca. 20cm lang; ganzrandig; Blatt-Unterseite glänzend; paralelle Längs-Blattnerven; Mittelscheitel elastisch; jeweils pro Stängel mit 2 wechselständigen und den Stängel-umfassenden Blättern
Stängel: 10 bis 25cm hoch
Blüten: in traubigem Blütenstand angeordnet; Einzelblüten glockenförmig-hängend und einheitswendig bzw. lang gestielt; Kronblätter weiss; blüht Mai
Frucht: rote Beere
typische Standorte: lichte Wälder, Waldweg-Ränder, Bergwiesen, Geröllhalden (jeweis an eher trockenen Standorten)
glänzende Blattunterseite Blüten Frucht
Das Maiglöckchen wächst bevorzugt im Halbschatten und benötigt im Gegensatz zum Bärlauch trockene bis frische Böden. Deshalb tritt es auch nur sehr selten mit dem Bärlauch an gemeinsamen Standorten auf. Die Art verträgt sowohl stark kalkeiche (basische), als auch sandige Böden und kommt im Gegensatz zum Bärlauch auch mit wenig durchmischtem Boden und geringerem Nährstoffgehalt klar. Typische Standorte des Maiglöckchens sind lichte Wälder, Waldweg-Ränder, aber auch Bergwiesen und Geröllhalden. Der Austrieb der Blätter erfolgt erst im April, also deutlich später als beim B ärlauch und die Blütezeit beginn erst im Mai (deshalb der Name!). Die Blätter sterben erst im Herbst ab. Es wird keine Zwiebel gebildet, sondern kriechende Rhizome, mit denen sich die Art auch rasch vegetativ vermehren und so dichte Bestände bilden kann.
Die Giftigkeit kommt von den enthaltenen Herzglykosiden (u.a. Convallatoxin, Convallatoxol, Convallosid, Desglucocheirotoxin,…), die eine Wirkung auf den Herzrhythmus haben. So sind typische Vergiftungssymptome nebst Übelkeit und Erbrechen eben Herzrhythmusstörungen. Da bereits geringe Mengen zu Vergiftungen führen, wird die Art in der Regel in die Kategorie «stark giftig» eingeteilt. Schwere Vergiftungen sind aber trotzdem selten, nicht zuletzt da eben bereits kleine Mengen zu Übelkeit führen und der Geschmack sehr unangenehm ist, was dazu führt, dass keine grossen Mengen verzehrt werden. Weiter vergehen nach dem Konsum zwischen den ersten Symptomen wie Übelkeit / Erbrechen / Bauchschmerzen bis zum Wirkeintritt der Herzglykoside meist einige Stunden, wodurch man Zeit hat, sich Hilfe zu holen. Weiter stehen zur Therapie der Vergiftung (im Gegensatz zur Herbstzeitlosen) einfache Gegengifte zur Verfügung.
Früher wurden Präparate aus Maiglöckchen auch zur Therapie bei Herzinsuffizienz im Stadium I und II eingesetzt. Denn in diesem Fall können die enthaltenen Herz-Glykoside bei geeigneter Dosis u.a. den Puls verlangsamen und die Kontraktionskraft des Herzens erhöhen. Die Wirkung ist mit dem Medikament «Strophantin» vergleichbar, bei dem die Wirkung auf ähnliche Herz-Glykoside beruht, die aus Arten der Gattung Strophantus (aus Afrika) gewonnen wird. Im Gegensatz zum Weissdorn tritt beim Maiglöckchen die Wirkung rasch ein. Da wegen dem stark schwankenden Wirkstoffgehalt und der engen therapeutischen Breite eine sichere Dosierung nicht gewährleistet werden kann, ist der Einsatz von Maiglöckchen-Präparaten ist heutzutage nicht mehr gebräuchlich.
Dabei handelt es sich um eine Giftpflanze! Aufgrund der geringen therapeutischen Breite ist auf eine Selbstbehandlung zu verzichten, resp. letztere kann zu schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden bis zum Tod führen!

zum Autor: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus
Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.
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