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das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

Wasserlinsen (Lemna)

Kleine Wasserlinse (Lemna minor), Winzige-/Kleinste Wasserlinse (Lemna minor), Dreifurchige Wasserlinse (Lemna trisulca) und Bucklige Wasserlinse (Lemna gibba)


Familie: Aronstabgewächse (Araceae), Gattung: Wasserlinsen (Lemna)

"Wasserlinsen sind eine gute wilde Proteinquelle. Sie schwimmen in Teichen an der Oberfläche des Wassers und können von dort aus mit einem Sieb abgeschöpft werden."

 

Bestimmung

Wie es der Name sagt, handelt es sich um eine Wasserpflanze. Die Blätter sind sehr klein und haben eine typische linsenförmige Form, wobei der Querschnitt je nach Art länglich, eiförmig bis rundlich sein kann. Sie bilden meist in Gewässer einen gut sichtbaren, an der Oberfläche schwimmenden Teppich, der auch «Entengrütze» genannt wird, denn Enten, Gänse oder Fische nutzen die Pflanze ebenfalls gerne als Nahrungsquelle. Das Schwimmen wird durch Luftkammern im Innern ermöglichst. Bei den «Blättern» spricht man botanisch korrekt von «Sprossgliedern», da von der Struktur her keine Einteilung in Stängel und Blätter gemacht werden kann. Auf der Unterseite der Blätter setzt jeweils eine Wurzel an, die frei im Wasser schwimmt und die Nährstoffe direkt aus dem Wasser aufnimmt.

Fotos

Verwendung

Die Arten aus der Gattung der Wasserlinsen sind klein und unscheinbar, kommen jedoch oft in grösseren Mengen vor und stellen eine kalorienreiche Survivalnahrung dar. Die Pflanzen enthalten im Trockengewicht bis zu 40% Proteine und dies sogar mit einer für uns optimalen Zusammensetzung essenzieller Aminosäuren. Aber auch Stärke und Fett ist reichlich in den Pflanzen eingelagert (Mehr über Nährwert: https://www.fibl.org/fileadmin/documents/shop/1390-wasserlinsen.pdf).


Die Pflanzenteile können an der Wasseroberfläche meist von Ende Frühjahr bis Herbst gesammelt werden. Das Sammeln von Blättern und Wurzeln geht einfachsten mit einem Sieb. Es muss sichergestellt werden, dass Wasserlinsen nicht in verschmutzten Gewässern gesammelt werden (wo sie gerne vorkommen), da sie in solchen Fällen einen hohen Schwermetallanteil aufweisen können. Vor dem Verzehr sollten die Wasserlinsen mit sauberem Wasser gewaschen werden, da sich im Sumpfwasser viele Keime herumtummeln.


Die Pflanzenteile enthalten in den Zellen mikroskopisch kleine Kristalle. Diese stehen dort unter Druck und fällt dieser (z.B. beim Kauen) plötzlich weg, dann werden die Kristalle weggeschleudert und können dabei die Schleimhäute reizen, bzw. schädigen können. Der Biologe und Survivalexperte Joe Vogel empfiehlt deshalb beim Verzehr grösserer Mengen die Pflanzenteile vorgängig zu kochen. Damit werden die Kristalle zwar nicht zerstört, jedoch der Druck in den Zellen bereits vorgängig abgebaut. Der Kristall-Gehalt ist aber gegenüber anderen Arten aus der Familie der Aronstabgewächse eher gering, so dass in der «Enzyklopädie Essbare WIldpflanzen» von Fleischmann, Guthmann und Spiegelberger keine entsprechenden Warnungen zu finden sind. Durch das Kochen der Wasserlinsen in der Bouillon kriegen diese auch etwas Geschmack, denn roh sind sie eher fade.

Beschreibung

Wasserlinsen kommen nahezu weltweit vor und sind wahre Weltmeister, was deren Wachstum betrifft. Sobald die Bedingungen stimmen (d.h. sommerliche Temperatur) können sie sich in kurzer Zeit sehr stark vegetativ ausbreiten. Dies geschieht, indem sich ausgehendend von einem «Mutter-Sprossglied» ein neues Sprossglieder bildet und dieses sich später davon trennt. Eine generative Vermehrung mittels Blüten findet nur selten statt. Zur Überwinterung (sobald Temperaturen < 8 bis 10°C erreichen), sinken die Pflanzen auf den Boden ab und sind dort gut vor dem Frost geschützt. Dabei wird vorgängig viel Stärke eingelagert. Vor allem im Sommer kann bei einem Teich teilweise die gesamte Oberfläche von Wasserlinsen bedeckt sein, da zu diesem Zeitpunkt die Wachstumsrate sehr hoch ist (Verdoppelung der Biomasse innerhalb von 2 Tagen!).


Wasserlinsen werden auch industriell als Viehfutter angebaut. Mit den Linsen (Lens culinaris) aus dem Supermarkt sind die Wasserlinsen nicht verwandt (diese gehören zur Familie der Hülsenfrüchte).


Kleine Wasserlinse (Lemna minor)


  • Sprossglieder: 2-4mm lang; US flach, OS flach bis gewölbt; oval bis rund; asymmetrisch; Ende breit abgerundet; ohne klaren Mittelnerv; hellgrün bis rötlich

  • Wurzel: Eine Wurzel pro Sprossglied; bis 10cm lang

  • Vorkommen: Stehende und langsam fliessende, nährstoffreiche Gewässer; häufigste Wasserlinsen-Art in der Schweiz


Stefan.lefnaer - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=73707159 (links) und Stefan.lefnaer - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=73707164 (rechts) 



Winzige / Kleinste / Zierliche Wasserlinse (Lemna minuta)


  • Sprossglieder: 1-3mm lang; dick, US und OS flach; symmetrisch; Ende spitzbogig; meist mit klarem Mittelnerv; meist dunkelgrün

  • Wurzel: Eine Wurzel pro Sprossglied; maximal 1cm lang

  • Vorkommen: Stillgewässer wie Teiche oder Tümpel; Neophyt aus Kanada


purperlibel - https://www.inaturalist.org/photos/12800316, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=132770088 (links) und Jason Grant - https://www.inaturalist.org/photos/23535998, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=132770144 (rechts)



Dreifurchige Wasserlinse (Lemna trisulca)


  • Sprossglieder: 3-15mm lang; oval bis lanzettlich; am Grund in einen «Stiel» verschmälernd; 1-3 Nerven; oft transparent; Sprossglieder oft kreuzweise zusammenhängend; unter der Wasseroberfläche schwebend

  • Vorkommen: Stehende und langsam fliessende, nährstoffreiche Gewässer


Christian Fischer, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4605496 (links) und Christian Fischer, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=361508 (rechts)



Bucklige Wasserlinse (Lemna gibba)


  • Sprossglieder: 3-6mm lang; OS flach; US meist bauchig gewölbt und mit deutlicher Netznervatur; grün, resp. am Rand oft etwas rötlich

  • Vorkommen: Stillgewässer wie Teiche oder Tümpel


Stefan.lefnaer - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=73706125 (links) und Stefan.lefnaer - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=73706132 (rechts)

 

mögliche Verwechslungen

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zum Autor: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus

Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.

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