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Gefleckter Schierling (Conium maculatum)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae), Gattung: Schierling (Conium)
Achtung: Giftpflanze !
Lebenszyklus: treibt als Grundrosette aus; später erscheinen dann die Stängel (mit wechselständigen Blättern) und endständigen Blütenständen
Blätter: breit-eiförmig, bis 50cm lang; mehrfach fiederlanzettlich; OS dunkelgrün, US graugrün; kahl
Stängel: 0.5 bis 2m hoch; leicht gefurcht; mit blauem Reif (dieser abwischbar); unten mit roten bis violetten Flecken / Streifen; kahl; unangenehmer Duft (nach Mäuse-Urin)
Blüten: in Doppeldolden (aus den Blattachseln) angeordnet; mit 5-6 abwärts gerichteten Hüllblätter; schmal-lanzettliche abstehende Hüllblättchen; blüht Juni bis September
Frucht: 3.5mm lang, eiförmig und stark wellig gerippt
typische Standorte: in Tieflagen an warmen Standorten auf nährstoffreichen Ruderalflächen / ruderale Wegränder
Unter anderem wegen dem Inhaltsstoff Coniin (ein Pseudo-Alkaloid) und zahlreichen weiteren giftigen Alkaloiden handelt es sich beim Gefleckten Schierling um eine der giftigsten Pflanzen Mitteleuropas. Bei Erwachsenen soll bereits eine Dosis von ca. 1g tödlich wirken. Die Stoffe wirken dabei auf das Nervensystem und können u.a. zu Sehstörungen, Muskelkrämpfen, Atemlähmung (Erstickung bei vollem Bewusstsein), etc. führen. Auf eine Berührung der Pflanze ist zu verzichten, denn die Giftstoffe werden auch über die intakte Haut aufgenommen, bzw. dies kann zu Rötungen und Blasenbildung führen. Im Antiken Athen war die Hinrichtung mit dem Schierlingsbecher (Aufguss aus zerstampften Früchten) üblich. Diese Methode wurde z.B. beim zum Tode verurteilten Philosophen Sokrates vollzogen.
Den Gefleckten Schierling findet man v.a. auf nährstoffreichen Ruderalflächen und Flussufern, die sich an warmen Standorten der Tieflagen befinden. Die Art ist zweijährig und bildet im 1. Jahr nur eine Grundrosette, die anschliessend überwintert. Im 2. Jahr treibt dann der Stängel aus, ab Sommer dann inkl. Blüten- und Fruchtbildung. Die Verbreitung in Mitteleuropa ist lückenhaft und vor allem auf die wärmebegünstigsten Standorte (z.B. Rheingraben, Bodenseeregion, pannonische Tiefenebene, Brandenburg, usw.) beschränkt. Vor allem entlang von Strassenrändern oder Autobahnen (u.a. auch Mittelstreifen) kann er sich rasch ausbreiten. Diverse Bestände wurden aber auch in der Vergangenheit gezielt eliminiert, da es beim Nutzvieh im Futter zu wiederholten Todesfällen gekommen ist. Als ursprünglich mediterrane Art hat der Gefleckte Schierling in Südeuropa ein deutlich geschlosseneres Verbreitungsareal.

zum Autor: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus
Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.
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