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Echte Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi)

Die Echte Bärentraube ähnelt der Preiselbeere stark, sowohl was die Erscheinung der Blätter, als auch Farbe der Früchte angeht. Direkt verwandt sind die beiden Arten jedoch nicht. Die Bärentraube braucht, wie die Preiselbeere, einen nährstoffarm-sauren Boden, weshalb die beiden Arten oft auch zusammen verwachsen vorkommen. Im Gegensatz zur Preiselbeere braucht die Echte Bärentraube aber trockene Verhältnisse, weshalb man sie vor allem an sonnigen, gut drainierten Hängen vorfindet. Ihre Blätter enthalten, wie die Preiselbeere Arbutin und das sogar mit einem höheren Gehalt, wodurch Teeauszüge daraus (resp. Extrakte im Handel) gerne zur Behandlung von Blasenentzündungen verwendet werden. Der eigentliche Wirkstoff hierbei ist das Hydrochinon, welches durch Abspaltung von Zucker aus dem Arbutin entsteht. Man vermutet als Wirkmechanismus eine spezifisch im Harn vorhandenen antibakterielle Wirkung. Allerdings konnte der Sachverhalt bisher nicht definitiv aufgeklärt werden und auch die wenigen klinischen Studien sind entweder qualitativ ungenügend oder zeigen ein inkonsistentes Bild.
Kein Ersatz, wenn zur Behandlung Antibiotika nötig wäre (kann begleitend jedoch die Wirkung der Antibiotika erhöhen! Nicht zu oft anwenden (maximal 5x pro Jahr), da das Hydrochinin mit einer möglichen krebserregenden Wirkung im Verdacht steht! Bei einer Selbstmedikation ist spätestens nach einer Woche ein ärztlicher Rat einzuholen! Die Therapie ist nicht für Schwangere und Stillende geeignet!
Die Beeren haben nur sehr geringe Arbutin-Gehalte (< 0.05%) und weisen eine mehlige Konsistenz auf (praktisch kein Saft vorhanden). Die Samen sind vergleichsweise gross, können aber problemlos roh zerkaut werden. Die durch die enthaltenen Gerbstoffe bedingte adstringierende Note nimmt mit den ersten Frösten ab. Ab diesem Zeitpunkt sind die Bärentrauben-Beeren dann auch leicht süss und durchaus für ein spontaner Snack auf der spätherbstlichen Bergwanderung geeignet. Auch die Vögel fressen die Beeren hauptsächlich ab Spätherbst und über den Winter. Zu diesem Zeitpunkt sind sie nicht nur bekömmlicher, sondern es sind dann viele andere Beeren (wie z.B. Heidelbeeren) bereits abgeerntet. Bärentrauben sind v.a. bei Bären auch sehr beliebt und zwar als letzte kalorienreiche Nahrung im Spätherbst vor dem Winterschlaf (deshalb auch der Name), indem sie pro Tag meist mehrere Kilogramm davon verzehren.

zum Autor: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus
Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.
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