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Essigbaum (Rhus typhina)
Familie: Sumachgewächse (Anacardiaceae), Gattung: Rhus
Achtung: Giftpflanze !
Habitus: meist Strauch bis 6m Höhe; selten Baum bis 12m Höhe
Stamm / Äste: grau; glatt bis leicht rissig; mit vielen orangebraunen Korkporen; junge Zweige dicht behaart und im Innern mit weissem Milchsaft
Blätter: wechselständig; gefiedert, 11-31-zählig; bis 50cm lang; Blattstiel weich behaart und oft beige / orange / rötlich gefärbt; generell sehr schöne Herbstfärbung der Blätter
Teilblätter / Fiedern: eiförmig bis lanzettlich, ca. 10cm lang; mittlere Fiedern am grössten; Rand gesägt (Fiederende oft auch ganzrandig); US blaugrün und frisch nach dem Austrieb meist behaart
Blüten: in schmalen, dichten bis 20cm langen Rispen angeordnet; zweihäusig
Einzelblüten: ca. 5mm breit; grünlich; mit 5 Boot-förmigen Kronblättern; blüht Mai / Juni
Früchte: kugelige, einsamige Steinfrüchte; ca. 5mm breit; leuchtend-roter Behaarung; Fruchtstand kolbenförmig und sehr dicht gepackt
Der Essigbaum ist bei uns in Mitteleuropa ein invasiver Neophyt. Sein natürliches Verbreitungsgebiet liegt in den nordöstlichen USA. Dort tritt kommt er v.a. im offenen Gelände (an trockenen, sonnigen Standorten) als Pioniergehölz auf. Seit dem 17. Jahrhundert wird der Essigbaum auch in Europa angepflanzt, nicht nur wegen der schönen Herbstfärbung, sondern auch weil er sehr robust gegen Luftverschmutzung, bzw. generell sehr widerstandsfähig und sehr bienenfreundlich ist. Ausserdem wurde er auch in der freien Natur zur Stabilisierung von Hängen angepflanzt. Die Art ist zweihäusig, das heisst auf einem Exemplar befinden sich entweder nur männliche oder nur weibliche Blüten. Die weiblichen Exemplare blühen etwa einen Monat vor den Männlichen. Die Pflanzen können sich auch vegetativ über unterirdische Wurzelausläufer verbreiten und so rasch sehr dichte Bestände bilden.
Der Essigbaum gilt generell als giftig. Fakt ist, dass die Einnahme grösserer Mengen der Pflanze zu Magen-/Darmbeschwerden und auch der Kontakt mit dem Milchsaft zu Entzündungen der Haut, bzw. der Augen führen kann. Besonders auf den Verzehr der Blätter ist zu vermeiden. Aus den fruchtig-sauren (an Zitrone erinnernden) und Vitamin-C-reichen Früchten kann jedoch ein Erfrischungsgetränkt («Indian Lemonade») hergestellt werden, indem man mehrere Fruchtstände (frisch oder getrocknet) als Ganzes ca. 12-24h lang (z.B. über Nacht) im kalten Wasser (bzw. Kühlschrank) ausziehen lässt und dann abseiht (bedarfsweise Zucker zufügen). Ein Aufkochen sollte dabei vermieden werden, da dies viele Gerbstoffe freisetzt. Das Rezept ist bei mehreren indigenen Völkern Nordamerikas dokumentiert und man kann davon ausgehen, dass dieser Verzehr unbedenklich ist (sofern dieser nicht langfristig und in hohen erfolgt) unbedenklich ist. Auch sollen die getrockneten Früchte als Wintergewürz verwendet worden sein.
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Die Wurzelrinde ist sehr Gerbstoff-reich, weshalb der Essigbaum früher (in Nordamerika und Europa) auch zur Gerbstoffgewinnung (fürs Gerben von Leder) angebaut wurde. Dabei wurde u.a. auch besonders Gerbstoffreiche-Sorten gezüchtet. Indigene Völker nutzen die Wurzel auch medizinisch zur Blutstillung oder auch um einen gelben Farbstoff zu gewinnen.
Zur gleichen Gattung wie der Essigbaum gehört der in Nordamerika berüchtigte Giftsumach («Poison Ivy», Rhus toxicodendron), dessen Pflanzeninhaltsstoff Urushiol bei Berührung der Pflanze einen juckenden Ausschlag verursacht. Zum Glück ist beim Essigbaum kein Urushiol nachweisbar.

zum Autor: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus
Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.
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