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Waldmeister (Galium odoratum)

Familie: Rötegewächse (Rubiaceae), Gattung: Labkräuter (Galium)

Rubiaceae Galium odoratum Waldmeister Eigenschaften Merkmale Bestimmung Verwendung

Quelle: bearbeitet aus Wikipedia (Public Domain)

Blattanordnung: stockwertartig in Quirlen à 6-8 (z.T. bis 10) Blätter (siehe Bestimmungsmerkmale Blätter)

 

Blätter: sitzend, lanzettlich-spitz (mit Stachelspitze), ganzrandig (jedoch etwas «rau»), Mittelnerv oben eingedrückt, Seitennerven nicht sichtbar

 

Stängel: 4-kantig, unverzweigt, kahl (jedoch an den Knoten behaart)

Blüten: in endständiger kleiner Trugdolde angeordnet, Kronblätter weiss, blüht April bis Juni

Labkräuter (Galium) allgemein: Blüten meist in Rispen, Einzelblüten klein, 4 lanzettliche Kronblätter die am Grund zu einer Röhre verwachsen sind, 4 unscheinbare Kelchblätter, 4 Staubblätter, 1-2 (zusammengewachsene) Fruchtblätter

 

Früchte: kugelige Klettfrüchte (mit hakigen Borsten); Pro Blüte bilden sich zwei Früchte, die erst zusammengewachsen sind und sich während der Reifung voneinander trennen (Spaltfrucht)

Vorkommen allgemein: feuchte, lehmige, schattige, eher saure Standorte

typische Standorte: Wälder (v.a. in Buchenwäldern)

Giftigkeit: Achtung Cumarin! Die Pflanzenteile nur in kleinen Mengen konsumieren. Der Cumaringehalt ist während der Blütenzeit am höchsten.  

 

gefährliche Verwechslungen: keine :-)

Inhaltsstoffe: Cumarin, Flavonoide, Iridoide, Gerbstoffe, Bitterstoffe

 

Wirkungen: gilt traditionell als entzündungshemmend und krampflösend, wobei dies von der Wissenschaft eher angezweifelt wird.

Quellen: Blätter für Blüte: Quelle: Llez - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16305962; Nahaufnahme Quirl: Agnieszka Kwiecień, Nova - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=74070904; Frucht: Agnieszka Kwiecień, Nova - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=74070220

Der Waldmeister, bzw. dessen Gattung Labkraut (Galium), gehört zur Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). Diese ist vor allem in den Tropen weit verbreitet. Dazu zählen beispielsweise auch der Kaffee (Gattung Coffea). In Mitteleuropa treten nur 4 Gattungen auf. 

 

Im Gegensatz zum Kaffee enthalten die Labkräuter kein Koffein. Der Waldmeister, auch «wohlriechendes Labkraut» genannt, enthält als einziger Vertreter seiner Gattung ein anderer wirksamer sekundärer Pflanzenstoff: Cumarin. Dieses sorgt für den charakteristischen «Heu»-artigen Geruch, der sich beim Anwelken der Pflanzenteile ausbreitet. Cumarin kann für Kopfschmerzen und Benommenheit sorgen, weshalb beim Konsum eine maximale Waldmeister-Menge von 3g Frischmasse nicht überschritten werden sollte. Langfristige Einnahme kann Leberschäden verursachen. Von einem erhöhten Krebsrisiko wird aber mittlerweile nicht mehr davon ausgegangen.

 

Ein traditionelles Rezept stellt die Maibowle dar. Dabei wird der getrocknete Waldmeister für ca. 30 Minuten im Wein ausgezogen und danach Sekt und bedarfsweise Zucker dazugegeben. Die Pflanze kann aber auch nur für einen Tee, eine Limonade oder als Gewürz verwendet werden. Nebst dem Kulinarischen eignet er sich übrigens ideal zur Bekämpfung gegen Motten und auch sonst generell zur Vertreibung lästiger Insekten in der Wohnung.

Verwendung

 

Pflanzenteile immer vorher anwelken lassen, damit sich der Waldmeister-Duft entfaltet. maximal 3g Frischmasse verwenden! Während der Blüte ist der Cumaringehalt am höchsten!

 

Blätter / Blüten: Gewürz, Tee, Maibowle

mögliche Verwechslungen

Wiesen-Labkraut (Galium mollugo)ungiftig/essbar, da es kein Cumarin enthält, ist auch ein Konsum in höheren Mengen möglich

 

Gemeinsamkeiten (u.a.)

  • Quirl, Blattform

  • 4-kantiger Stängel

  • Klettfrucht

  • gehört zur Gattung Labkraut (Galium)

 

Unterschiede

  • Stängel verzweigt

  • Blüten in grosser und vielblütiger Rispe

  • beim Anwelken kein Waldmeister-Duft

  • Vorkommen auf nährstoffreichen Wiesen

Wiesen-Labkraut Gallium Mollugo Eigenschaften verwechslung Unterschied Waldmeister

Quelle: bearbeitet und zusammengesetzt aus By AnRo0002 - Own work, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25856552 (Blätter) und AnRo0002 - Own work, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=32973391 (Rispe)

Wald-Labkraut (Galium sylvaticum) - ungiftig/essbar, da es kein Cumarin enthält, ist auch ein Konsum in höheren Mengen möglich

 

Gemeinsamkeiten (u.a.)

  • Quirl, Blattform

  • ähnliche Standorte (Waldpflanze)

  • gehört zur Gattung Labkraut (Galium)

 

Unterschiede

  • Blätter oben bläulich bereift

  • Stängel rund oder mit 4 schwachen Längsrippen, verzweigt

  • Blüten in grosser und vielblütiger Rispe, blüht Juli bis September

  • Frucht ohne Kletten (kahl) und runzelig

  • beim Anwelken kein Waldmeister-Duft

WAld-Labkraut Galium sylvaticum Eigenschaften verwechslung Unterschied Waldmeister

Quelle: bearbeitet und zusammengesetzt aus By Stefan.lefnaer - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=112926378 (Blatt und Stängel) und HermannSchachner - Own work, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8952812 (Rispe)

 

Kletten-Labkraut (Galium aparine) - ungiftig/essbar, da es kein Cumarin enthält, ist auch ein Konsum in höheren Mengen möglich; Bei rohem Konsum ist durch die Borsten im Hals ein Kratzen spürbar.

 

Gemeinsamkeiten (u.a.)

  • Quirl, Blattform

  • 4-kantiger Stängel

  • Klettfrucht

  • gehört zur Gattung Labkraut (Galium)

 

Unterschiede

  • Blätter fein gezähnt, am Rand und Mittelnerv borstig behaart

  • Stängel borstig behaart (Hakenborsten rückwärts gerichtet)

  • Blüten in kleinen Trugdolden aus den Blattachseln

  • beim Anwelken kein Waldmeister-Duft

  • Vorkommen auf nährstoffreichen, halbschattigen Standorten (v.a. auf Ruderalflächen)

 Galium aparine Kletten-Labkraut Eigenschaften verwechslung Unterschied Waldmeister

Quelle: bearbeitet und zusammengesetzt aus By Harry Rose from South West Rocks, Australia - Galium aparine branch5, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=40470572 (Stängel und Blätter) und CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=129779 (Blüten)

 

Quellen

Dietrich Frohne (2021) – Heilpflanzenlexikon, Ein Leitfaden auf wissenschaftlicher Grundlage, 9. durchgelesene Auflage 2021, ISBN 987-3-8047-4200-0 (E-Book)

Flora Helvetica für Smartphones und Tablets Version 2.3.1 (2021)

 

Lars Konarek (2017) – BUSHCRAFT, Survivalwissen Wildpflanzen Europas, e-ISBN 978-3-7020-2002-6

Rita Lüder (2018) – Grundlagen der Feldbotanik, Familien und Gattungen einheimischer Pflanzen, 2. Auflage 2022, ISBN 978-3-258-08262-2

Rudi Beiser (2014) – Unsere essbaren Wildpflanzen, Bestimmen, sammeln und zubereiten, ISBN 978-3-440-14514-2.

 

Steffen Guido Fleischhauer, Jürgen Guthmann und Roland Spiegelberger (2020) – Enzyklopädie Essbare Wildpflanzen, 2000 Pflanzen Mitteleuropas, Bestimmung, Sammeltipps, Inhaltsstoffe, Heilwirkung, Verwendung in der Küche, 12. Auflage, ISBN 978-3-03800-752-4.

https://de.wikipedia.org/wiki/Waldmeister

https://de.wikipedia.org/wiki/Maibowle

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