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Wolken lesen und deuten (Teil 3: Wolkengattungen)...

Aktualisiert: 17. Juni 2023

....Zeichen des Wetters verstehen.


In diesem 3. Teil beschreibe ich die einzelnen Wolkengattungen mit all Ihren Arten und Unterarten, sowie ihre Entstehung, Bedeutung und Rückschlüsse fürs Wetter. Die meteorologischen Grundlagen zur Wolkenbildung findest du im 1.Teil. Das Prinzip der Wolkenklassifikation findest du im 2. Teil Dort sind allgemeine Beschreibungen der Arten und Unterarten vorhanden, sowie ein paar Tipps, auf was für Zeichen du bei der Wolkenbestimmungen achten solltest. Wenn du die Wolken lesen und verstehen willst, empfehle ich dir vorab den Teil 1 und 2 zu studieren, denn dieser 3. Teil baut darauf auf. Alles andere wäre wie ein Film zu schauen ohne die Handlung dahinter zu verstehen. Die Wolkengattung Cumulonimus beschreibe ich im 4. Teil.



Einteilung der Wolkengattungen nach Stockwerk und Form

Einteilung der Wolkengattungen nach Stockwerk und Form

(Quelle: bearbeitet aus ©blueringmedia - stock.adobe.com)


Inhaltsverzeichnis


Cirrus


Die Cirren, welche vor allem aus Eiskristallen bestehen, sind durch ihre schleierförmige Erscheinung definiert, die nur im oberen Stockwerk vorkommt. Dabei handelt es weder um klare abgegrenzte Haufen, noch um Schichten. Weil in dieser Höhe durch den niedrigen Luftdruck auch der Wasserdampfgehalt sehr tief ist, erscheinen die Cirren in Folge hell und unklar. Die Konturen sind eher unscharf und die Struktur faserig bis seidig. Der Rand ist meist ausgefranst.


Entstehung: Cirren entstehen u.a. durch:

  • Turbulenzvorgänge in grossen Höhen,

  • grossräumige Aufgleitvorgänge bei Warmfronten / Warmfrontokklusionen

  • Verwehen von Eiskristallen aus Cirrocumulus oder den oberen Bereichen von Altocumulus, bzw. Cumulonimbus

  • Auflösung von Cirrostratus

  • Hebung in Folge instabiler Luftschichtung,

  • künstlich durch Kondensstreifen

Arten:

  • Cirrus fibratus: die Struktur zeigt gerade bis gekrümmte Fasern, die in dieselbe Richtung zeigen (sieht ein bisschen aus wie gekämmte Haare). Die Enden der Fasern sind nicht hakenförmig (dann wär es Cirrus uncinus). Die Faserstruktur entsteht durch das Verblasen der Eiskristalle durch den Wind.

Cirrus fibratus mit geraden Fasern. die Struktur zeigt gerade bis gekrümmte Fasern, die in dieselbe Richtung zeigen (sieht ein bisschen aus wie gekämmte Haare). Die Enden der Fasern sind nicht hakenförmig (dann wär es Cirrus uncinus). Die Faserstruktur entsteht durch das Verblasen der Eiskristalle durch den Wind.

Cirrus fibratus mit geraden Fasern

(Quelle : Eryn Blaire — Travail personnel, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7703517)


Cirrus fibratus mit gekrümmten Fasern. die Struktur zeigt gerade bis gekrümmte Fasern, die in dieselbe Richtung zeigen (sieht ein bisschen aus wie gekämmte Haare). Die Enden der Fasern sind nicht hakenförmig (dann wär es Cirrus uncinus). Die Faserstruktur entsteht durch das Verblasen der Eiskristalle durch den Wind.

Cirrus fibratus mit gekrümmten Fasern

(Quelle: CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=101260)


  • Cirrus uncinus: Die Fasern weisen eine hakenförmige Form auf. Die Haken sind Fallstreifen eines Eiskristall-Niederschlages. Mit der gegen unten ändernden Windstärke (meist langsamer werdend) oder Windrichtung wird der Fallstreifen verzerrt und erscheint so als hakiger Schweif, der aus einem Haufen entspringt. Der Niederschlag löst sich übrigens durch rasche Verdunstung schnell wieder auf.

Cirrus uncinus: Die Fasern weisen eine hakenförmige Form auf. Die Haken sind Fallstreifen eines Eiskristall-Niederschlages. Mit der gegen unten ändernden Windstärke (meist langsamer werdend) oder Windrichtung wird der Fallstreifen verzerrt und erscheint so als hakiger Schweif, der aus einem Haufen entspringt. Der Niederschlag löst sich übrigens durch rasche Verdunstung schnell wieder auf.

Cirrus uncinus: mit hakigem Schweif


Cirrus uncinus: Die Fasern weisen eine hakenförmige Form auf. Die Haken sind Fallstreifen eines Eiskristall-Niederschlages. Mit der gegen unten ändernden Windstärke (meist langsamer werdend) oder Windrichtung wird der Fallstreifen verzerrt und erscheint so als hakiger Schweif, der aus einem Haufen entspringt. Der Niederschlag löst sich übrigens durch rasche Verdunstung schnell wieder auf.

Cirrus uncinus: mit hakigem Schweif

(Quelle: Doggo19292 - Own work, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=99664656)


  • Cirrus floccus: Cirren, die in einzelnen eher grossen Haufen auftreten. Die Haufen müssen grösser als 1° sein (grösser als der kleine Finger bei 30° ausgestreckter Hand). Sind die Haufen kleiner, dann handelt es sich um Cirrocumulus, bzw. bei massiger und dichter Erscheinung und grauer Farbe um Altocumulus.

Cirrus floccus: Cirren, die in einzelnen eher grossen Haufen auftreten. Die Haufen müssen grösser als 1° sein (grösser als der kleine Finger bei 30° ausgestreckter Hand). Sind die Haufen kleiner, dann handelt es sich um Cirrocumulus, bzw. bei massiger und dichter Erscheinung und grauer Farbe um Altocumulus.

Cirrus floccus

(Quelle: ©lemacprot - stock.adobe.com)


  • Cirrus spissatus: Cirren, die vergleichsweise dicht erscheinen. Dabei wird die Sonne stark verschleiert bis vollständig verdeckt. Bei sehr dichten Cirrus spissatus kann die Wolke sogar etwas grau erscheinen (wenn die faserige Struktur fehlt und die Farbe deutlich grau ist, dann sind es jedoch Altocumuli oder Altostrati).

Cirrus spissatus  Cirren, die vergleichsweise dicht erscheinen. Dabei wird die Sonne stark verschleiert bis vollständig verdeckt. Bei sehr dichten Cirrus spissatus kann die Wolke sogar etwas grau erscheinen (wenn die faserige Struktur fehlt und die Farbe deutlich grau ist, dann sind es jedoch Altocumuli oder Altostrati).

Cirrus spissatus

(Quelle: ©darknightsky - stock.adobe.com)


  • Cirrus castellanus: Cirren mit sehr kleinen turmförmigen Auswüchsen nach oben. Diese Form tritt sehr selten auf.

Cirrus castellanus: Cirren mit sehr kleinen turmförmigen Auswüchsen nach oben. Diese Form tritt sehr selten auf.

Cirrus castellanus

(Quelle: GerritR - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=69470308)


Unterarten

  • Inortus: die Fasern sind verflochten, bzw. ineinander verdreht

Cirrus fibratus inortus: Die Fasern scheinen ineinander verflochten

Cirrus fibratus inortus: Die Fasern scheinen ineinander verflochten

(Quelle: Glg — photo taken by Glg, CC BY-SA 2.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=182627)


  • radiatus: Wolken in parallelen Bändern angeordnet

Cirrus spissatus radiatus: Wolken in parallelen Bändern angeordnet

Cirrus spissatus radiatus

(Quelle: not on your nelly — https://www.flickr.com/photos/notonyournelly/5606361383/, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16274600)


  • vertebratus: Die Struktur erinnert an ein Fischskelett, d.h. Fasern stehen senkrecht aus einer dichteren Mittelrippe ab. Eine mögliche Erklärung für deren Entstehung ist Konvergenz: Die Luftströme treffen aus zwei Seiten aufeinander: Dabei entsteht Hebung, die bei günstigen Temperatur und Feuchtebedingungen zur Bildung von Eiskristallen führt. In der Mitte wo die Hebung am grössten ist, entsteht dabei der Rückgrat.

Cirrus fibratus vertebratus: Die Struktur erinnert an ein Fischskelett, d.h. Fasern stehen senkrecht aus einer dichteren Mittelrippe ab. Eine mögliche Erklärung für deren Entstehung ist Konvergenz: Die Luftströme treffen aus zwei Seiten aufeinander: Dabei entsteht Hebung, die bei günstigen Temperatur und Feuchtebedingungen zur Bildung von Eiskristallen führt. In der Mitte wo die Hebung am grössten ist, entsteht dabei der Rückgrat.

Cirrus fibratus vertebratus

(Quelle: Laurent Julien - Opera propria, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4545832)


  • duplicatus: zwei Cirrus-Schichten übereinander


Sonderformen:

  • mamma: nur bei Cirrus spissatus

Cirrus spissatus mamma (aus Abspaltung eines Cumulonimbus-Ambosses)

Cirrus spissatus mamma (aus Abspaltung eines Cumulonimbus-Ambosses)

(Quelle: Daniele.Brundu, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons)


  • fluctus:

Cirrus spissatus fluctus

Cirrus spissatus fluctus

(Quelle: ©azazello - stock.adobe.com)


Verwechslungen:

  • Haufen <1°: Cirrocumulus

  • wellenartige Strukturen (undulatus): evtl. Cirrocumulus

  • strukturlos (nicht faserig/seidig): evtl. Cirrostratus nebulosus

  • Sonne / Mond zeigt starke Haloeffekte: Cirrostratus

  • Sonne / Mond zeigt Kranz: evtl. Altocumulus, selten Cirrostratus

  • Farbe deutlich grau bis dunkelgrau: evtl. Altocumulus (wenn nicht Cirrus spissatus)


Was sagen uns die Cirren?: Cirren können im Grunde alles und doch nichts bedeuten. Für die Deutung ist deshalb auch der zeitliche Kontext wichtig:

  • Wenn sich die Cirren langsam (innerhalb von Stunden) von Westen her zu Cirrus spissatus > Cirrostratus > Altostratus verdichten (Aufzugbewölkung), dann deutet dies auf das Anrücken einer Warmfront oder Warmfrontokklusion hin. Mit dem Auftreten der ersten Cirren beginnt der Frontregen meist einen halben bis ganzen Tag später. Achtung: Gegen den Horizont erscheinen Wolken generell dichter, obwohl sie das in Wahrheit nicht sind!

Cirrus spissatus fluctus

Cirrus uncinus mit Verdichtung zu Cirrostratus

(Quelle: CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=75089)


  • manchmal können Cirren auch kurzfristige Vorboten einer Kaltfront sein. In diesem Fall können gleichzeitig auch noch Altocumuli oder Stratocumuli auftreten. Dabei folgt die Kaltfront, also der Übergang zu den Cumulonimbi mit dem Starkregen (evtl. Gewitter) zeitlich relativ rasch.

  • wenn die Cirren nach Gewitter (evtl. am nächsten Morgen) auftreten, dann könnte es sich die um Amboss-Reste der Gewitterwolken handeln. Solche Cirren sind meist von der Art spissatus und lösen sich auch in der Regel mit der Zeit auf. Das Gewitter muss dabei nicht in unmittelbarer Umgebung stattgefunden haben, denn die so entstandenen Cirren können auch über grosse Entfernungen weggeweht werden. Auch während eines Gewitters können sich bereits Cirren «abspalten».

ein aus dem Amboss einer Cumulonimbus abgespaltener Cirrus spissatus “cumulonimbogenitus”

ein aus dem Amboss einer Cumulonimbus abgespaltener Cirrus spissatus “cumulonimbogenitus”

(Quelle: Rollcloud - Own work, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=112630352)


  • bleibt die Erscheinung der Cirren in etwa gleich (ohne Verdichtung), dann dürfte auch das Wetter schön verbleiben (stabiles Hochdruckwetter)

  • Kondensstreifen der Flugzeuge bilden sich durch die rasch abkühlende wasserdampfreiche Luft der Abgase. Die darin ebenfalls enthaltenen Russteilchen fördern als Keime die Kristallbildung. Wenn sie sich rasch auflösen, dürften dort oben trockene, stabile Verhältnisse herrschen. Existieren die Kondensstreifen länger als 10 Minuten, dann handelt es sich auch um Cirren, genauer gesagt um «Cirrus Homogenitus». Letztere machen einen zunehmend verwehten Eindruck und sind Zeichen eines eher hohen Wasserdampfgehaltes, bzw. einer wenig stabilen Luftschichtung. Länger existierende Kondensstreifen können auch so stark verweht werden, dass sie die Form typischer Cirren annehmen, in dem Fall nennt man sie «Cirrus homomutatus».

ein sich rasch auflösender Kondensstreifen zeigt trockene und stabile Luft in der Höhe an

ein sich rasch auflösender Kondensstreifen zeigt trockene und stabile Luft in der Höhe an

(Quelle: Eric T Gunther - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18761660)


länger verbleibende (zunehmend verwehte) Kondensstreifen zeige eher feuchte und wenige stabile Verhältnisse in der Höhe (Cirrus homogenitus)

länger verbleibende (zunehmend verwehte) Kondensstreifen zeige eher feuchte und wenige stabile Verhältnisse in der Höhe (Cirrus homogenitus)

(Quelle: CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=400002)

  • Cirrus castellanus weisen auf eine instabile Luftschichtung in der Höhe hin


Cirrocumulus


Cirrocumuli sind die haufenförmigen Wolken des hohen Stockwerkes. Man spricht auch von den klassischen «Schäfchenwolken». Die einzelnen Wolkenhaufen können auch leicht ineinander verwachsen sein. Ein indirektes Kriterium für die Höhenlage ist die kleine Grösse der Haufen. Diese sind kleiner als 1° (kleiner als ein Finger mit 30° ausgestrecktem Arm). Einzelne Wolken in einem Wolkenfeld können manchmal auch etwas grösser sein. Auf die grosse Höhe weisst auch die weisse (nur selten leicht hellgraue) Farbe hin (geringe Wolkendichte). Die Konturen sind unscharf, jedoch ist eine typische faserige oder seidige Struktur, im Gegensatz zu Cirren, nicht oder nur sehr lokal erkennbar.


Cirrocumuli treten oft in ausgedehnten Felder (stratiformis) auf, wo die Einzelwolken regelmässig angeordnet sind. Oft sind in der Anordnung auch wellenartige Strukturen (undulatus) erkennbar. Werden Eiskristalle der Cirrocumuli verweht (virga), können daraus Cirren entstehen.


Entstehung:

  • Umwandlung (z.B. Fragmentierung) aus Cirrus oder einer Cirrostratus-Schicht

  • Lee-Wellen (Cirrocumulus lenticularis)

  • Konvektion in Folge instabiler Luftschichtung (Cirrocumulus floccus / castellanus)


Arten:

  • Cirrocumulus stratiformis: Haufen zusammen in ausgedehnten Wolkenfeldern

Cirrocumulus stratiformis: typisch für Cirrocumuli sind die kleinen und weissen Haufen

Cirrocumulus stratiformis: typisch für Cirrocumuli sind die kleinen und weissen Haufen

(Quelle: ©kariphoto - stock.adobe.com)


  • Cirrocumulus castellanus: aus einer gemeinsamen Wolkenbasis wachsen Türmchen in die Höhe. Sie entstehen durch Konvektion infolge instabile Luftschichtung (z.B. durch Einsickern von kalter Luft in grosser Höhe)

Cirrocumulus castellanus

Cirrocumulus castellanus

(Quelle: Daniele.Brundu - Own work, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=57102681)


  • Cirrocumulus floccus: Die Cirrocumuli treten als Gruppe auf, wo die Unterseiten jeweils eine zerrissene Form aufweisen. Sie entstehen aus Cirrocumulus castellanus nach dem Auflösen der Wolkenbasis. Häufig sind auch virga-Fallstreifen zu erkennen.

Cirrocumulus floccus: die Unterseite der Wolke scheint zerrissen. Die Cirrocumuli treten als Gruppe auf, wo die Unterseiten jeweils eine zerrissene Form aufweisen. Sie entstehen aus Cirrocumulus castellanus nach dem Auflösen der Wolkenbasis. Häufig sind auch virga-Fallstreifen zu erkennen.

Cirrocumulus floccus: die Unterseite der Wolke scheint zerrissen.

(Quelle: ©Naj - stock.adobe.com)


  • Cirrocumulus lenticularis: linsenförmig

Cirrocumulus lenticularis: klein, weiss, linsenförmig und scharf abgegrenzt

Cirrocumulus lenticularis: klein, weiss, linsenförmig und scharf abgegrenzt

(Quelle: Rollcloud - Own work, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=110915240)


Unterarten:

  • undulatus: wellenförmiges Muster

Cirrocumulus lenticularis: klein, weiss, linsenförmig und scharf abgegrenzt

Cirrocumulus stratiformis undulatus


  • lacunosus: mit Löchern, die ein wabenförmiges Muster erzeugen

Cirrocumulus stratiformis lacunosus

Cirrocumulus stratiformis lacunosus

(Quelle: GerritR - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=91395516)


Sonderformen:

  • virga: Niederschlagsstreifen in der Form von weissen Fäden (nicht so langgezogen wie bei Cirrus uncinus). Meist bei Cirrocumulus floccus oder -castellanus. Aus dem Fallstreifen kann auch eine neuer Cirrus entstehen.

Cirrocumulus floccus virga: erinnern etwas an Cirrus uncinus, doch die Haufen sind deutlich kleiner

Cirrocumulus floccus virga: erinnern etwas an Cirrus uncinus, doch die Haufen sind deutlich kleiner

(Quelle: ©Yusuke Kawakami - stock.adobe.com)


  • mamma: beutelförmige Ausstülpungen nach unten

  • cavum: mit Loch in der Wolkenschicht

Cirrocumulus floccus virga cavum: Die Wolkenschicht schneit sich lokal aus und dabei entsteht ein Loch: Beachte die noch sichtbaren virga-Fallstreifen!

Cirrocumulus floccus virga cavum: Die Wolkenschicht schneit sich lokal aus und dabei entsteht ein Loch: Beachte die noch sichtbaren virga-Fallstreifen!

(Quelle: ©Brett - stock.adobe.com)


Verwechslungen:

  • Haufen >1°: evtl. Cirrus oder Altostratus

  • graue Farbe: evtl. Cirrus spissatus oder Altocumulus

  • Sonne wird deutlich abgedunkelt bis verdeckt: evtl. Altostratus

  • ausgedehnte faserig/seidige Struktur: Cirrus

  • mit Haloeffekten: evtl. Cirrostratus, selten Cirrus


Was sagen uns die Cirrocumuli?:

  • Allgemein zeigen die Cirrocumuli, vor allem die Arten floccus / castellanus: Instabiliät und können so schlechtes Wetter, evt. mit Gewitter, ankündigen.

  • Zusammen mit Cirrus oder Cirrostratus treten sie als Teil der Aufzugbewölkung beim Herannahen einer Warmfront / Warmfrontokklusion auf. Oft sind dabei wellenförmige Strukturen (undulatus) erkennbar. Innerhalb von wenigen Stunden bis einen halben Tag ist mit beginnendem Frontregen zu rechnen.

Cirrocumulus zusammen mit Cirrus spissatus: könnte eine Aufzugbewölkung anzeigen

Cirrocumulus zusammen mit Cirrus spissatus: könnte eine Aufzugbewölkung anzeigen

(Quelle: Vitaium - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=111985870)

  • Cirrocumulus lenticularis zeigen Lee-Wellen nach dem Überqueren eines Gebirges. Sie können aber auch vor Kaltfronten auftreten.


Cirrostratus


Cirrostrati sind die schichtförmigen Wolken des oberen Stockwerkes. Die Wolke an sich ist unspektakulär. Sie kann einen Teil oder auch den ganzen Himmel bedecken. Meist handelt es sich um einen weissen transparenten Schleier, der die Sonne noch durchscheinen lässt (Achtung: gilt nicht bei flacher Sonne). Dabei scheint der Himmel lediglich etwas milchig getrübt. Dies hat mit dem geringen Wassergehalt in dieser Höhe zu tun, welche die Dichte der Wolke stark begrenzt. Nebst völliger Strukturlosigkeit (Cirrostratus nebulosus) kann auch eine faserige Struktur (Cirrostratus fibratus), ähnlich wie bei den Cirren auftreten.


Spektakulär sind die hervorgerufenen Haloeffekte, die nur in Eiskristallwolken auftreten können. Sie geben Aufschluss über die Form und Einregelung der Eiskristalle, was jedoch ein Thema für sich ist. Manchmal ist die Cirrostratus-Bewölkung so unscheinbar, dass nur das Vorhandensein von Halos die Wolkenschicht verrät.


Entstehung:

  • grossräumige Aufgleitvorgänge vor Warmfronten / Warmfrontokklusionen

  • Verwachsen von einzelnen Cirren und Cirrocumuli

  • Ausdünnen von Altostratus (verbleibender oberer Bereich)

  • Verwehen und Zusammenwachsen zahlreicher Kondensstreifen bei starkem Wind und hoher Luftfeuchtigkeit («Cirrostratus homomutatus»)

Arten:

  • Cirrostratus fibratus: Struktur mit parallel angeordneten Fasern (sehen aus wie sehr ausgedehnte Cirrus fibratus)

Cirrostratus fibratus: so etwas wie eine «grossflächige Cirrus fibratus»

Cirrostratus fibratus: so etwas wie eine «grossflächige Cirrus fibratus»

(Quelle: Rémi Guillot - Opera propria, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1876447)


  • Cirrostratus nebulosus: strukturlose Schicht, sieht eher aus wie eine gleichmässige milchige Trübung

Cirrostratus nebulosus mit Halo

Cirrostratus nebulosus mit Halo

(Quelle: Mitchell Underwood - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=99843640)


Unterarten:

  • duplicatus: kann u.a. an unterschiedlichen Richtungen der Fasern erkannt werden.

  • undulatus: wellenförmiges Muster

Cirrostratus fibratus undulatus (unten)

Cirrostratus fibratus undulatus (unten)

(Quelle: CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=101258)


Verwechslungen:

  • Wolke bedeckt nur kleine Bereiche des Himmels: Cirrus

  • graue Wolkenunterseite, verdunkelt die Sonne oder den Mond deutlich: evtl. Altostratus oder Stratus

  • kleine Haufen <1°: Cirrocumulus

  • Trübung geht von der Erdoberfläche aus und hat evtl. einen leicht gelblich bis braunen Touch: Dunst (ist bei Absenz von Hügeln oder hohen Gebäuden schwierig von Cirrostratus nebulosus zu unterscheiden)

Dunst: Die milchige Trübung geht vom Boden aus.

Dunst: Die milchige Trübung geht vom Boden aus.

(Quelle: Doggo19292 - Own work, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=102112925)


Was sagen uns die Cirrostrati?:

  • Wenn die Cirrostratus-Bewölkung von Westen her auf Cirren folgt und danach eine weitere Verdichtung zu grauem Altostratus stattfindet, dann deutet dies auf das Anrücken einer Warmfront / Warmfrontokklusion hin. Mit dem Auftreten von Cirrostratus ist in wenigen Stunden mit dem Beginn des Frontregens zu rechnen. Im Gebirge setzt der Niederschlag schon ein paar Stunden früher ein.


Altocumulus


Es handelt sich um die Haufenwolken des mittleren Stockwerkes. Die Form der Haufen ist meist kugelig, rollig oder blättrig. Ihre Höhe beträgt 2 bis 7 km. Wenn nicht gerade hohe Berge in der Nähe sind, so ist man auf indirekte Hinweise bezüglich der Höhe angewiesen. So wird die Haufengrösse der Altocumuli auf 1 bis 5° definiert (zwischen der Breite von einem bis drei Finger mit 30° ausgestrecktem Arm). Dies macht sie zu den «gröberen Schäfchenwolken».


Die Anordnung der Haufen ist meist regelmässig. Die Farbe der Untergrenze ist weiss bis grau. Vor allem auf der sonnenabgewandten Seite zeigen sich die grauen Bereiche (Eigenschatten). Der Wolkenkörper grenzt sich deutlich vom Himmel ab, jedoch können starke Winde die Ränder etwas ausfransen. Die Wolke besteht vorwiegend aus Wassertröpfchen, die bei Temperaturen unter 0°C «unterkühlt» sind. Wenn Eiskristalle darin vorkommen, kann in Teilen der Wolke durch deren Verwehen eine leicht faserige Struktur (ähnlich Cirren) entstehen. Dann können auch Haloeffekte auftreten.


Thermik, die durch die Erwärmung am Boden ausgelöst wird, ist in diesem Stockwerk (im Gegensatz zu Cumulus) kein Thema mehr. Wenn auf dieser Höhe Konvektion stattfindet, dann wird diese durch eine instabile Luftschichtung ausgelöst (Bildung von Altocumulus castellanus).


Ansonsten können die Altocumuli in der Erscheinung sehr variabel sein. So können die Haufen einzeln auftreten, doch erscheinen sie meist leicht zusammengewachsen in der Gruppe (stratiformis). Wenn die einzelnen Haufen vollständig zusammengewachsen sind, dann sind letztere immer noch durch Farbunterschiede erkennbar. Aus den Altocumuli kann es Niederschlag geben, der in der Luft wieder verdunstet (virga). Auch die Sonne kann manchmal noch durchscheinen (translucidus) oder ganz abgedunkelt werden (opacus). Ganz kuriose Formen gibt es z.B. bei Föhnwetter in Form von Altocumulus lenticularis.


Entstehung:

  • Hebung durch Turbulenz im mittleren Stockwerk

  • Fragmentierung von Altostratus

  • Auflösung oder Abspaltung von Altostratus, Nimbostratus, Cumulonimbus oder Stratoscumulus

  • Wachstum eines Cumulus bis auf mittlerer Höhe, welches dort aber durch eine Inversion begrenzt wird. Dadurch breiten sich die oberen Bereiche der Cumulus-Wolke seitlich aus. Daraus bilden sich die Altocumuli (in Koexistenz mit den eigentlichen Cumulus)

  • durch Wachstum aus Cirrocumulus in Richtung Boden

  • Altocumulus castellanus: Konvektion in Folge instabiler Luftschichtung (z.B. durch das Einströmen von kalter Luft im mittleren Stockwerk

  • Altocumulus lenticularis: durch Hebung in den Wellenbergen von Lee-Wellen nach dem Überströmen eines Gebirges


Arten:

  • Altocumulus stratiformis: Die Wolkenhaufen treten zusammen in einer ausgedehnten Schicht auf. Sie stellt die häufigste Art innerhalb der Altocumuli dar.

Altocumulus stratiformis

Altocumulus stratiformis

(Quelle. CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=121026)


Altocumulus stratiformis mit grau gefärbten Bereichen (Eigenschatten)

Altocumulus stratiformis mit grau gefärbten Bereichen (Eigenschatten)

(Quelle 阿爾特斯 - Opera propria, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10591722)


  • Altocumulus castellanus: aus einer gemeinsamen Wolkenbasis wachsen Türmchen in die Höhe. Sie entstehen durch Konvektion infolge instabile Luftschichtung (z.B. durch Einsickern von kalter Luft in mittlerer Höhe

Altocumulus castellanus

Altocumulus castellanus

(Quelle: Daniele.Brundu - Own work, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=42018614)


  • Altocumulus floccus: Die Unterseite der Wolken weisst eine zerrissene Form auf. Häufig sind auch Virga-Fallstreifen zu erkennen. Sie entstehen z.B. aus Altocumulus castellanus nach dem Auflösen der Wolkenbasis oder beim Zerfallen von Altocumulus stratiformis undulatus.

Altocumulus floccus: ein Streifen Altocumulus castellanus ist ebenfalls noch zu erkennen, womit hier die Entstehung geklärt ist.

Altocumulus floccus: ein Streifen Altocumulus castellanus ist ebenfalls noch zu erkennen, womit hier die Entstehung geklärt ist.

(Quelle: Image taken by me, Nichalp on 9-Mar-06 - Image taken by me, Nichalp on 9-Mar-06, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=620331)


  • Altocumulus lenticularis: linsenförmig, evt. geschichtet als «Moazagotl»

Altocumulus lenticularis

Altocumulus lenticularis

(Quelle: ©ueuaphoto - stock.adobe.com)


Altocumulus lenticularis

geschichtete Altocumulus lenticularis duplicatus («Moazagotl»-Wolke)

(Quelle: ©Harry Green - stock.adobe.com)


  • Altocumulus volutus: eine langgezogene Altocumulus-Rolle («Roll-Cloud» des mittleren Stockwerkes), sehr selten


Unterarten

  • translucidus: Position von Sonne/Mond hinter der Wolke gut sichtbar

Altocumulus stratiformis translucidus (perlucidus)

Altocumulus stratiformis translucidus (perlucidus)

(Quelle: 阿爾特斯 - Opera propria, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10591722)


Altocumulus stratiformis translucidus in der Nacht mit einem Mondkranz

Altocumulus stratiformis translucidus in der Nacht mit einem Mondkranz

(Quelle: DjMunCheeChee - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=45253485)


  • perlucidus: mit Lücken zwischen den Haufen

Altocumulus stratiformis perlucidus mit mehrheitlich getrennten Haufen

Altocumulus stratiformis perlucidus mit mehrheitlich getrennten Haufen


Altocumulus stratiformis perlucidus mit mehrheitlich getrennten Haufen

Altocumulus stratiformis perlucidus mit zusammengewachsenen Haufen

(Quelle: The Great Cloudwatcher - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18120201)


  • opacus: Sonne / Mond werden hinter der Wolke komplett verdeckt

Altocumulus stratiformis opacus

Altocumulus stratiformis opacus


  • duplicatus: zwei oder mehrere Wolkenschichten übereinander

Altocumulus stratiformis (translucidus perlucidus) duplicatus

Altocumulus stratiformis (translucidus perlucidus) duplicatus

(Quelle: GerritR - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=94139549)


  • radiatus: parallele Bänder

Altocumulus stratiformis (perlucidus) radiatus

Altocumulus stratiformis (perlucidus) radiatus

(Quelle : ko:User:알밤한대 — Travail personnel, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4294476)


  • undulatus: wellenförmiges Muster

Altocumulus stratiformis (perlucidus) undulatus

Altocumulus stratiformis (perlucidus) undulatus

(Quelle: ©makrossphoto- stock.adobe.com)


  • lacunosus: mit Löchern, die ein wabenförmiges Muster erzeugen

Altocumulus stratiformis (opcaus) lacunosus

Altocumulus stratiformis (opcaus) lacunosus

(Quelle: CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=100330)


Sonderformen:

  • virga: Fallstreifen aus Niederschlag, welcher den Boden nicht erreicht

Altocumulus floccus virga

Altocumulus floccus virga

(Quelle: ©fotokate - stock.adobe.com)


  • mamma: beutelförmige Ausstülpungen nach unten

  • cavum: mit Loch in der Wolkenschicht

Altocumulus floccus virga

Altocumulus stratiformis (perlucidus) cavum

(Quelle: Pfranson - Taken by Paul Franson in Warr Acres, Oklahoma with a Casio EZ-Z1050Previously published: https://www.flickr.com/photos/pfranson365/4238892215/, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=27741283)


  • fluctus:

Altocumulus stratiformis fluctus

Altocumulus stratiformis fluctus

(Quelle: By GerritR - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=66223701)


  • asperitas:

Altocumulus stratiformis (opacus) asperitas

Altocumulus stratiformis (opacus) asperitas

(Quelle: Famartin - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=57056599)


Verwechslungen:

  • kleine Haufen <1° und weiss: Cirrocumulus

  • Haufen >5°: Stratocumulus oder Cumulus, evt. Cirrus floccus

  • durchgehende Schicht, die strukturlos erscheint (keine durch Helligkeitsunterschiede sichtbare Ballen, Walzen, Rollen): Altostratus, bei tiefer Wolkenuntergrenze Nimbostratus

  • Niederschlag bis Boden: Nimbostratus, bei Nieselregen evtl. Altostratus oder Stratocumulus

  • Struktur durchgehend faserig, Form eher schleierförmig (statt Ballen, Walzen oder Rollen): Cirrus


Was sagen uns die Altocumuli?:

  • Wenn sie auf Cirrostratus folgen und dann zusammen mit grauer Altostratus-Bewölkung auftreten, bzw. eine zunehmende Verdichtung zu beobachten ist, dann handelt es sich um die Aufzug-Bewölkung einer herannahenden Warmfront oder Warmfrontokklusion. Mit dem Auftreten von Altocumulus ist in Kürze bis wenigen Stunden mit Regen zu rechnen (in den Bergen früher).

  • Wenn nach dem Durchzug einer Warmfront der Landregen aufhört und sich die Bewölkung auflockert (Warmsektor) treten u.a. Altocumuli auf. Dabei ist je nach Wettersituation mit dem Eintreffen einer Kaltfront in ein paar Stunden bis ein paar Tage zu rechnen.

  • wenn innerhalb des Warmsektors plötzlich Altocumuli auftreten und gleichzeitig der Luftdruck stark fällt, dann befindest du dich kurz vor dem Durchzug einer Kaltfront (meist mit Starkregen)

  • Altocumulus-Wolken breiten sich aus den oberen Bereichen von Cumulus congestus aus: eine stabile Luftschicht begrenzt das weitere Cumulus-Wachstum. Die weitere Entwicklung der Cumulus zu Cumulonimbus (Gewitterwolken) wird (vorerst) unterbunden.

  • Altocumulus castellanus: die Luftschichtung ist im mittleren Stockwerk instabil. Es ist deshalb am Nachmittag ist mit Gewitter zu rechnen. Achtung: meist lösen sich diese Wolken am Vormittag schon wieder auf (meist nur kurz nach Sonnenaufgang zu beobachten!). Die gleiche Prognose gilt auch für Altocumulus floccus, sofern diese durch Auflösung von Altocumulus castellanus entstanden sind.

  • Altocumulus lenticularis zeigen Lee-Wellen nach Überqueren eines Gebirges und deuten auf trockene Föhnlagen hin. Bei Südföhnlagen auf der Alpennordseite nähert sich ein Tiefdruckgebiet aus Westen an. Die Fronten mit den Regenwolken werden dabei noch eine Zeit lang verdrängt. Meist dreht nach Stunden oder Tagen die Windrichtung nach Südwesten / Westen womit der Föhn gestoppt wird und den Regenwolken nichts mehr im Wege steht. Auf der Alpensüdseite stellt sich eine Nordföhnlage ein, wenn ein Tiefdruckgebiet bereits über Mitteleuropa in Richtung Osteuropa abgezogen ist. Dann ist zwar auf der Alpennordseite mit Stauniederschlägen zu rechnen, doch meist folgt anschliessend ein Zwischenhoch oder ein stabiles Hochdruckgebiet.


Altostratus


Dabei handelt es sich um die schichtförmigen Wolken des mittleren Stockwerkes. Die Schicht erstreckt sich über den ganzen oder einen grossen Bereich des Himmels. Die vertikale Ausdehnung umfasst meist mehrere hundert bis tausende Meter. In den oberen Bereichen der Wolke befinden sich sowohl Wassertropfen, als auch Eiskristalle (ganz oben meist ausschliesslich Eiskristalle). Altostrati sind strukturlos (wenn, dann leicht faserig), d.h. ohne Einteilung in einzelne Elemente. Wenn das doch der Fall ist, dann handelt es sich um Wolkenfetzen unter der Altostratus-Schicht (pannus). Doch auch dann ist hinter den Fetzen die etwas hellere, strukturlose, verschwommene Wolkenuntergrenze noch sichtbar.


Durch die grosse vertikale Ausdehnung der Wolkenschicht wird viel Licht absorbiert, so dass an der Untergrenze ein deutlich graue Färbung vorliegt. Die Sonne und der Mond werden meist vollständig verdeckt (-opacus). Wenn sie noch durchscheinen können, dann sind deren Ränder jedoch verschwommen, evtl. unter Bildung eines Kranzes (jedoch keine Halos).


Die Höhe der Wolke im Alt-Stockwerk kann indirekt daran erkannt werden, dass der Blick in den Horizont frei ist (wenn, dann ist er durch Dunst oder verdichtender Bewölkung verdeckt). Berge in der Nähe können auch eine direkte Höhenbestimmung möglich machen. Die Höhe bedingt auch, dass man hoch oben im Gebirge meist eingenebelt wird. Niederschlag aus Altostratus kann auch die Erdoberfläche erreichen (praecipitatio). Gerade bei Niederschlag (virga oder praecipitatio) ist die Wolkenuntergrenze schwierig zu erkennen und sehr verschwommen. Die Schneefallgrenze kann durch die bessere Durchsicht im Regen erkannt werden. Mit dem Niederschlag bilden sich unter der Wolke auch pannus-Fetzen.

Altocumulus stratiformis (opacus) asperitas

Altostratus translucidus: virga-Niederschläge vernebeln die Wolkenunterseite

(Quelle: Earth100.Earth100 - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19426429)


Entstehung:

  • grossräumige Aufgleitvorgänge vor einer Warmfront oder Warmfrontokklusion als Teil der Aufzugbewölkung (Verdichtung aus Cirrostratus)

  • Auflösung oder Abspaltung eines Nimbostratus,

  • durch Niederschlag (virga) aus Altocumulus


Arten: Bei Altostratus gibt es keine Einteilung in Arten!


Unterarten:

  • translucidus: Position von Sonne/Mond hinter der Wolke gut sichtbar

Altostratus translucidus

Altostratus translucidus

(Quelle: CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=243704)


  • opacus: Sonne / Mond werden hinter der Wolke komplett verdunkelt.

Altostratus opacus

Altostratus opacus

(Quelle: Kr-val - Own work, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8319321)


  • duplicatus: zwei oder mehrere Wolkenschichten übereinander, meist nicht von blossem Auge zu erkennen

  • radiatus: Bänder mit nur schwachem Kontrast, dabei keine Gliederung in einzelne Altocumulus-Elemente!

Altostratus radiatus (undulatus)

Altostratus radiatus (undulatus)

(Quelle: Famartin - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=98363311)


  • undulatus: wellartige Strukturen sind an Helligkeitsunterschieden erkennbar, dabei jedoch keine Gliederung in einzelne Altocumulus-Elemente!

Altocumulus (translucidus) undulatus

Altocumulus (translucidus) undulatus

(Quelle: ©Menyhert - stock.adobe.com)


Sonderformen:

  • virga: Fallstreifen aus Niederschlag, welcher den Boden nicht erreicht

Altostratus virga: diese sind auf dem Bild (von der Seite her) gut sichtbar. Sie vernebeln ausserdem die Wolkenuntergrenze.

Altostratus virga: diese sind auf dem Bild (von der Seite her) gut sichtbar. Sie vernebeln ausserdem die Wolkenuntergrenze.

(Quelle: Famartin - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=32033087)


Altostratus opacus undulatus virga: An den Stellen, die verwischt erscheinen, befinden sich Fallstreifen

Altostratus opacus undulatus virga: An den Stellen, die verwischt erscheinen, befinden sich Fallstreifen

(Quelle: Rollcloud - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=113470558)

  • praecipitatio: Fallstreifen aus Niederschlag, welcher den Erdboden erreicht

  • mamma: beutelförmige Ausstülpungen nach unten


Begleitwolken:

  • pannus: mit Wolkenfetzen unter der Altostratus-Schicht

Altostratus translucidus mit Pannus-Fetzen

Altostratus translucidus mit Pannus-Fetzen

(Quelle: Janne Naukkarinen - Digicam KUOPIO, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=838115)


Altostratus opacus mit vielen Pannus-Fetzen

Altostratus opacus mit vielen Pannus-Fetzen

(Quelle: Famartin - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=87751069)


Verwechslungen:

  • Farbe weiss bis durchsichtig und evt. Haloeffekte: Cirrostratus

  • in der Schicht durch Helligkeitsunterschiede sichtbare Ballen, Walzen oder Rollen, evt. mit Lücken: Altocumulus oder Stratocumulus

  • starke Abdunkelung, meist dunkelgraue Untergrenze, tiefe Wolkenbasis, Landregen: Nimbostratus

  • Schicht verdeckt Blick in den Horizont und wenn die Sonne durchscheint, dann ist sie nicht verschwommen (nie mit blossem Auge in die Sonne blicken!): evtl. Stratus

  • Niederschlag in Form von Nieselregel oder feinem Graupel (Griesel): evtl. Stratus

  • Schicht nur gering ausgedehnt, Farbe nur vereinzelt grau: Cirrus spissatus


Was sagen uns die Altostrati?:

  • Wenn sie auf Cirrostratus folgen und sich zunehmend zu Nimbostratus verdichten, dann handelt es sich um die Aufzug-Bewölkung einer Warmfront oder Warmfrontokklusion. Mit dem Auftreten von Altostratus ist in Kürze bis wenigen Stunden mit Regen zu rechnen. Dieser dürfte dann mehrere Stunden dauern. Im Gebirge setzt der Niederschlag schon ein paar Stunden früher ein. Meist haben sich unter der Wolke bereits Pannus-Fetzen gebildet. Letztere wachsen indes weiter.


Nimbostratus


Nimbostrati sind Schichtwolken mit grosser vertikaler (stockwerksübergreifender) Ausdehnung, mit einer Untergrenze meist unter 2 km und einer Obergrenze von 5 bis 10 km. Es ist aber auch möglich, dass sich die vertikale Ausdehnung ausschliesslich auf das mittlere Stockwerk beschränkt. Sonne und Mond werden komplett verdeckt und die Wolkenuntergrenze hat eine graue bis dunkelgraue Färbung. Ab dem mittleren Bereich der Wolke treten nebst (unterkühlten) Wassertröpfchen auch Eiskristalle auf. Dadurch kann sich (mit dem Bergeron-Findeise-Prozess) Niederschlag bilden. Aus Nimbostratus fällt deshalb langanhaltender (bei Durchzug einer Warmfront 5 bis 10 Stunden dauernder), jedoch moderater Regen oder Schnee (Landregen). Die Ausdehnung dieser Wolken kann mehrere 100 km betragen.


Die Bildung von Niederschlag aus den oberen Bereichen der Wolke bedeutet auch, dass auch innerhalb der Wolke Schneeflocken und Regentropfen vorkommen. Die Unterseite wirkt durch den Niederschlag sehr diffus, d.h. kann nicht genau erkannt werden. Durch Niederschlag in Form von Schnee ist die Sicht viel eingeschränkter als durch Regen. Aus diesem Grund stellt die Schneefallgrenze die eigentlich sichtbare Untergrenze eines Nimbostratus dar. Manchmal, vor allem bei starkem Regen kann die Untergrenze aber auch gar nicht erkannt werden und die Sicht ist bis Bodennähe sehr stark eingeschränkt.


Durch die Verdunstung des Niederschlags bilden sich unter den Nimbostrati Wolkenfetzen (pannus). Diese können teilweise so zusammenwachsen, dass sie eine eigentliche Wolkenschicht (Stratocumulus oder Stratus) bilden oder mit dem eigentlichen Nimbostratus zusammenwachsen. Eine Pannus-Schicht darf nicht mit der eigentlichen Untergrenze des Nimbostratus verwechselt werden

Nimbostratus mit "unklarer" Wolkenuntergrenze und Pannus-Fetzen

Nimbostratus mit "unklarer" Wolkenuntergrenze und Pannus-Fetzen

(Quelle: Shanto - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=36502212)


Entstehung:

  • grossräumige Aufgleitvorgänge bei einer Warmfront / Warmfrontokklusion als letzte Phase der Aufzugbewölkung (Verdichtung aus Altostratus)

  • als Teil der Kaltfrontbewölkung (dann meist zusammen mit Cumulonimbus)

  • selten durch Wachstum von Stratocumulus oder Altocumulus

  • selten durch Ausdehnen von Cumulus Congestus oder Cumulonimbus


Arten: Bei Nimbostratus gibt es keine Einteilung in Arten!


Unterarten: Bei Nimbostratus gibt es keine Einteilung in Unterarten!


Sonderformen:

  • virga: Fallstreifen aus Niederschlag, welcher den Boden nicht erreicht

Nimbostratus virga

Nimbostratus virga

(Quelle: Simon A. Eugster - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9926591)


  • praecipitatio: Fallstreifen aus Niederschlag, welcher den Boden erreicht

Nimbostratus praecipitatio

Nimbostratus praecipitatio

(Quelle: Simon Eugster --Simon 13:16, 8 Apr 2005 (UTC) - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=101267)


Begleitwolken:

  • pannus: mit Wolkenfetzen unter der Nimbostratus-Schicht.

Nimbostratus mit Pannus-Fetzen

Nimbostratus mit Pannus-Fetzen

(Quelle : CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=834156)


Verwechslungen:

  • Sonne wird nicht total verdeckt, Farbe hellgrau bis grau: Altostratus

  • kein Regen (höchstens Nieselregen), jedoch tiefe Wolkenuntergrenze: evtl. Stratus

  • mit Starkregen, Blitz und Donner, Hagel: evtl. Cumulonimbus

  • durch Helligkeitsunterschiede sichtbare Ballen, Walzen oder Rollen (falls das nicht die Pannus-Fetzen sind): Altocumulus oder Stratocumulus


Was sagen uns die Nimbostrati?:

  • Nimbostratus bedeutet als letzter Teil der Aufzugbewölkung stundenlanger, jedoch moderater Niederschlag (Landregen). Wenn es bereits mehrere Stunden geregnet oder geschneit hat, dann dürfte die Front und somit das Ende des Regens nicht mehr weit weg sein. Dasselbe gilt, wenn Schneefall in Regen übergeht (Warmluft im Anzug).


Stratus


Diese schichtförmige Wolkenart des unteren Stockwerks wird auch Hochnebel genannt. Durch die tiefe Untergrenze ist auch der Blick in den Horizont begrenzt.


Die Untergrenze von Stratus ist strukturlos und diffus. Je nach Dichte der Wolke kann die Sonne verdeckt werden oder durchscheinen. Wenn die Sonne sichtbar ist, dann sind ihre Ränder scharf und deutlich (nie direkt in die Sonne blicken!), evtl. bildet sich auch ein Kranz. Die Wolke besteht ausschliesslich aus feinen Wassertröpfchen, die im Winter auch unterkühlt sein können. Selten treten bei tiefen Temperaturen auch Eiskristalle auf. In diesem Fall ist der Rand der durchscheinenden Sonne ähnlich dem Altostratus etwas verschwommen, auch sind dann sehr selten Halo-Effekte möglich.

Unterhalb einer Stratus-Wolke bei typischer Bisenlage im Schweizer Mittelland. Hier kann die Untergrenze mit Hilfe der nahe gelegenen Hügeln bestimmt werden (ca. 600-800 Meter über dem Erdboden)

Unterhalb einer Stratus-Wolke bei typischer Bisenlage im Schweizer Mittelland. Hier kann die Untergrenze mit Hilfe der nahe gelegenen Hügeln bestimmt werden (ca. 600-800 Meter über dem Erdboden)


Wenn der Stratus ganz am Boden aufliegt, dann spricht man korrekterweise von Nebel.

Bodennebel (genau genommen kein Stratus). Auf dem Bild ist schön zu sehen, wie der Rand der durchscheinenden Sonne sehr scharf ist

Bodennebel (genau genommen kein Stratus). Auf dem Bild ist schön zu sehen, wie der Rand der durchscheinenden Sonne sehr scharf ist

(Quelle: Simon Eugster --Simon - Eigenes Werk, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=454095)


Die Unterscheidung zum Nimbostratus ist schwierig: Während im Nimbostratus anhaltender Regen fällt, bleibt es unter dem Stratus in der Regel trocken, höchstens mit etwas Nieselregen oder feinem Graupel (Griesel). In der Nähe von Industrien kann im Stratus bei tiefen Temperaturen auch Schneefall (Industrieschnee) entstehen: Die hohe Wasserdampf-Emission der Abgase sorgt für zusätzliche Feuchtigkeit und die ausgestossenen Russteilchen wirken im Nebel / Stratus als Kondensationskeime für das Anfrieren von unterkühlte Wassertröpfchen zu Eiskristallen. Da die Fallhöhe des «Industrieschnee» sehr kurz ist, besteht dieser eher aus kleinen Eiskristallen statt klassischen Schneeflocken.

auch die Bildung von Raureif an den Bäumen ist im Winter typisch bei Nebel und Hochnebel

auch die Bildung von Raureif an den Bäumen ist im Winter typisch bei Nebel und Hochnebel


Nebel und Stratus-Bewölkung sind typischerweise mit Inversionen assoziiert. So kühlen in windarmen, kalten Nächten die bodennahen Luftschichten vom Boden her ab. Wenn der Taupunkt unterschritten wird, bildet sich Bodennebel (Strahlungsnebel, siehe Teil 1, Abschnitt Abkühlung durch Ausstrahlung). Nebel bildet sich auch bei der Abkühlung von warmer Luft über kaltem Wasser oder warmer Meeresluft über kaltem Kontinent.


Eine bodennahe Kaltluft wird bei Wind durch Turbulenz in die Höhe verwirbelt, was den Bodennebel zerstört, bzw. verhindert. Bis auf die Höhe wo die Turbulenz wirken kann (meist durch eine Schrumpfungsinversion begrenzt) bildet sich dann eine feucht-nasse Grundschicht. Wenn in den oberen Bereichen dieser Grundschicht die Temperatur weitestgehend unter den Taupunkt fällt, bildet sich Hochnebel («echter Stratus»). Dabei handelt es sich also um eine Kombination von bodennaher Abkühlung und Hebung durch Turbulenz infolge des Windes. Metaphorisch ausgedrückt kann man auch sagen: «Eine Hebung des Bodennebels durch den Wind».

an der Nebelobergrenze an des Jura-Südhanges mit Blick über das Hochnebelmeer des Schweizer Mittellandes in die Alpen

an der Nebelobergrenze an des Jura-Südhanges mit Blick über das Hochnebelmeer des Schweizer Mittellandes in die Alpen


Sich auflösender Hochnebel (stratus fractus). Die Nebelobergrenze ist undeutlich, weil sie an diesem Tag weit unter der Inversion lag (siehe MeteoSchweiz Blog)

Sich auflösender Hochnebel (stratus fractus). Die Nebelobergrenze ist undeutlich, weil sie an diesem Tag weit unter der Inversion lag (siehe MeteoSchweiz Blog)


Im Schweizer Mittelland tritt winterlicher Hochnebel mit Wind aus Nordosten (Bise) auf. Dieser weht vor allem bodennah und kanalisiert sich im Mittelland zwischen Alpen und Jura. Mit deren Turbulenz verwirbelt es die bodennahe Kaltluft bis auf eine Höhe meist zwischen 500 und 2000 Meter. Je stärker die Bise, desto höher liegt die Nebelgrenze

Je höher die Nebelobergrenze, desto weiter dringt der Hochnebel in die Voralpentäler vor.

Je höher die Nebelobergrenze, desto weiter dringt der Hochnebel in die Voralpentäler vor.


Die Inversion der Stratus-Obergrenze behindert im Tageslauf eine vertikale Durchmischung der unteren-kalten und oberen-warmen Luftschichten, was die Auflösung des Stratus durch die Sonneneinstrahlung erschwert. Ausserdem wird über der Wolke ein grosser Teil des Sonnenlichtes reflektiert. Trotzdem kann die Sonne eine Nebelschicht vom Boden her auflösen, wobei dann meist eine Dunstschicht zurückbleibt. Im Dezember/Januar ist die Sonne aber in der Regel zu schwach dazu.

Blick vom Säntis kurz vor Sonnenuntergang im Oktober: Die Hochnebelschicht im Mittelland hat sich tagsüber aufgelöst, doch es bleibt eine Dunstschicht übrig. Später von November bis Januar ist die Sonne schwächer und so auch die Chance auf Nebelauflösung geringer.

Blick vom Säntis kurz vor Sonnenuntergang im Oktober: Die Hochnebelschicht im Mittelland hat sich tagsüber aufgelöst, doch es bleibt eine Dunstschicht übrig. Später von November bis Januar ist die Sonne schwächer und so auch die Chance auf Nebelauflösung geringer.


Je nach Obergrenze befindet man sich auf Hügeln oder Bergen über der Stratus-Wolke, mit einem schönen Blick auf das «Nebelmeer». Von dort aus sind oft wellenförmige Strukturen (undulatus) zu beobachten. Diese bilden sich mit Hilfe des Windes durch den Temperatur- und somit Dichteunterschied zwischen der kalten Luft in der Wolke und der wärmeren Luft darüber. Starke Wellen können einzelne Lücken in der Schicht hervorrufen wo die Sonne ansetzen kann um die Nebelschicht aufzulösen.

durch die Wellenstrukturen macht die Bezeichnung «Nebelmeer» noch viel mehr Sinn

durch die Wellenstrukturen macht die Bezeichnung «Nebelmeer» noch viel mehr Sinn


Entstehung:

  • Bodennebel: Auskühlen (unter den Taupunkt) der bodennahen Luftschichten (durch Ausstrahlung in der Nacht oder durch Warmluftzufuhr über kaltem Wasser/Erdboden)

  • Verwirbelung bodennaher feucht-kalter Luftschichten durch Turbulenz

  • Abstrahlung an der Obergrenze einer Dunst- oder Stratocumulus-Schicht. Letztere können sich dabei zu Stratus verdichten. Dies einerseits durch die Abkühlung der Luft um die Wolkentröpfchen, andererseits durch Labilisierung der Luftschichtung mit einsetzender (geringmächtiger) Konvektion innerhalb der Wolke.

  • Stratus fractus: als Pannus-Begleitwolke bei Niederschlägen unterhalb Altostratus, Nimbostratus, Cumulonimbus oder Cumulus

  • bei feuchter Luft oberhalb von Wäldern: Die Verdunstung von Wasser im Bereich der Baumkronen führt dabei zu zusätzlicher Anfeuchtung («Stratus silvagenitus»)

  • bei feuchter Luft durch die weitere Anfeuchtung in der Nähe von grossen Wasserfällen («Stratus cataractagenitus»)


Arten:

  • Stratus nebulosus: einheitliche, strukturlose Schicht (häufigste Art)

Stratus nebulosus

Stratus nebulosus

(Quelle: CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=74404)


  • Stratus fractus: Schicht in ungleichförmige Fetzen «zerrissenen» und kontinuierlich starker Veränderungen unterworfen. Die Untergrenze ist in der Regel undeutlich. Diese Art bildet sich bei der Auflösung einer Stratus-Schicht oder bei Niederschlag als pannus-Fetzen unter der Mutterwolke.

Stratus fractus

Stratus fractus

(Quelle : Mummelgrummel - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25493335)


in den Bergen oder Hügel hängende eckig-ausgefranste Wolkenfetzen nach Niederschlägen gehören auch zur Art Stratus fractus

in den Bergen oder Hügel hängende eckig-ausgefranste Wolkenfetzen nach Niederschlägen gehören auch zur Art Stratus fractus


Unterarten:

  • translucidus: Position von Sonne/Mond gut sichtbar. Die Chance auf Nebelauflösung ist sehr gut

Stratus nebulosus translucidus: Beachte den scharfen Sonnenrand

Stratus nebulosus translucidus: Beachte den scharfen Sonnenrand

(Quelle: Bryan Tong Minh - Own work, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2378047)


  • opacus: Sonne / Mond werden komplett verdunkelt.

Stratus nebulosus opacus

Stratus nebulosus opacus

(Quelle: Randi Hausken from Bærum, Norway - On a grey day, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=29876010)


  • undulatus: mit Wellenstrukturen. Diese sind von unten an Helligkeitsunterschieden erkennbar (dabei jedoch keine Gliederung in einzelne Stratocumulus-Elemente!). Über dem Nebelmeer sind die Strukturen sehr gut erkennbar.


Sonderformen:

  • praecipitatio: Niederschlag in Form von Nieselregen, feinem Graupel (Griesel) oder Industrieschnee, welcher den Erdboden erreicht.


Verwechslungen:

  • Blick in den Horizont gut möglich, Rand der Sonne verschwommen: Altostratus

  • deutlicher Regen oder Schneefall: evtl. Altostratus oder Nimbostratus

  • Unterteilung der Schicht in einzelne verbundene Wolkenhaufen (nicht Fetzen!): evtl. Stratocumulus

  • Untergrenze ohne Grautöne: Cirrostratus


Was sagen uns die Strati?:

  • Stratus nebulosus deutet allgemein auf stabiles Hochdruckwetter hin, mit sehr trockener Luft und guter Fernsicht über dem Nebelmeer. Im Winter kann jedoch auch im Warmsektor eine Stratusbewölkung vorliegen. Auf diesen kann eine Kaltfront folgen.

  • je stärker der Wind unter dem Hochnebel, desto höher wird dessen Obergrenze liegen..

  • hat sich der Stratus nebulosus in einen Stratus fractus verwandelt, ist er gerade daran sich aufzulösen

  • wenn es die Sonne im Tagesverlauf nicht geschafft hat den Nebel / Hochnebel aufzulösen, wird sie es mit grosser Wahrscheinlichkeit auch in den nächsten Tagen nicht tun. Dies weil sich der Nebel durch die Auskühlung der Wassertröpfchen weiter verdichten kann. Nur aufkommender Westwind, z.B. einer heranrückenden Front, kann den Nebel «weggeblasen», bzw. die Inversion verwirbeln. In diesem Fall kann eine Kaltfront sogar zu einem Temperaturanstieg am Boden führen.

  • Stratus fractus als pannus-Fetzen unter einer Altostratusschicht bei noch trockenem Wetter, zeigen dass da oben bereits Niederschläge (virga) vorhanden sind.


Stratocumulus


Stratocumulus ist die am häufigsten auftretende Wolkengattung in Mitteleuropa (gemäss Wikipedia). Im Namen dieser Wolke, die im untersten Stockwerk angesiedelt ist, sind die zwei Begriffe «Stratus» und «Cumulus» vereint. Dabei handelt es sich primär um haufenförmige Wolken. Die einzelnen Elemente («Einzelwolken») treten zusammen in einer Schicht auf, wo sie ganz oder teilweise zusammengewachsen sind, wobei auch grössere Lücken auftreten können. Die Form der Haufen ist kugelig oder rollig, mit meist undeutlicher Wolkenuntergrenze, manchmal aber klarer Obergrenze (durch Inversion begrenzt). Der Wolkenrand ist eher unscharf und öfters ausgefranst. Die Wolkenschicht ist meist (jedoch nicht immer) vertikal geringmächtig.


Ein Stratocumulus-Verband sieht ähnlich aus wie bei Altocumulus stratiformis. Dabei sind jedoch die Einzelwolken deutlich grösser ausgebildet, d.h. grösser als 5° (> 3 Fingerbreite bei 30° ausgestrecktem Arm). Wegen der Lage im unteren Stockwerk können Stratocumuli ausserdem bereits Hügel oder Voralpengipfel einhüllen.


Die Wolke besteht ausschliesslich aus feinen Wassertröpfchen, die im Winter auch unterkühlt sein können. Selten treten bei tiefen Temperaturen auch Eiskristalle auf. Aus Stratocumulus ist selten auch Niederschlag möglich. Wenn dies der Fall ist, handelt es sich jedoch um Nieselregen.


Entstehung:

  • Turbulenzvorgänge im unteren Stockwerk. Dabei bilden sich zahlreiche Wirbel in der Luft, welche die Luftpakete immer wieder über das Kondensationsniveau heben, aber auch wieder absinken lassen. In den Haufen findet Hebung und in den Bereichen dazwischen ein Absinken statt. Stabile Luftschichtung (meist eine Inversion) begrenzt dabei oft die mögliche Hebung.

  • Thermik die von einer Grenzschicht begrenzt wird: Durch die Erwärmung des Bodens durch Sonneneinstrahlung wachsen erst einzelne Cumuluswolken in die Höhe. Wenn in der Konvektion eine Luftschicht erreicht wird, wo kein weiterer Aufstieg mehr möglich ist (sehr schwache Abnahme der Temperatur mit der Höhe oder sogar Inversion), dann breiten sich die Wolken seitlich aus. Die seitlichen Ausläufer bilden dabei die Stratocumuli und zwar in Koexistenz mit den eigentlichen Cumuli.

  • Abtrennung oder Auseinanderbrechen von Cumulus-Wolken bei starker Windscherung (unterschiedliche Windgeschwindigkeiten mit der Höhe)

  • nächtliche Abkühlung der Obergrenze einer Dunstschicht. Die dabei verursachte Labilisierung führt zu Vertikalbewegungen unter Bildung von Stratocumuli

  • als Pannus-Begleitwolken unter Altostratus, Nimbostratus oder Cumulonimbus mit Niederschlag

  • Auflösung oder Abspaltung von Altostratus, Nimbostratus oder Cumulonimbus

  • Wachstum von Altocumuluswolken nach unten

  • Umwandlung von Stratus

  • Startocumulus lenticularis: nach dem Überströmen eines Gebirges durch Lee-Wellen


Arten:

  • Stratoumulus stratiformis: Die Wolkenhaufen treten zusammen in einer ausgedehnten Schicht auf. Sie stellt die häufigste Art innerhalb der Stratocumuli dar.

Stratocumulus stratiformis

Stratocumulus stratiformis

(Quelle: ©far700 - stock.adobe.com)

  • Stratocumulus castellanus: aus einer gemeinsamen Wolkenbasis wachsen durch Konvektion Türme in die Höhe. Bei starkem Wachstum entstehen aus den Türmen Cumulus congestus («Cumulus stratocumulogenitus»). Daraus können sich bei labiler Luftschichtung auch mächtige Cumulonimbus («Cumulonimbus stratocumulogenitus») bilden.

Stratocumulus castellanus: Die Türme sind meist nur von der Seite aus sichtbar

Stratocumulus castellanus: Die Türme sind meist nur von der Seite aus sichtbar

(Quelle: By Logi Aer - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=96113381)


  • Stratocumulus floccus: Die Wolken treten einzeln auf, oft mit zerfetzter Unterseite. Bei sehr tiefen Temperaturen können dabei auch faserige virga beobachtet werden. Da diese oft aus der Auflösung von Stratocumulus castellanus entstehen, ist auch diese Wolkenart häufig mit einer instabilen Atmosphäre verknüpft.

Stratocumulus floccus: Die Haufen sind getrennt und weisen eine zerrissene Unterseite auf.

Stratocumulus floccus: Die Haufen sind getrennt und weisen eine zerrissene Unterseite auf.

(Quelle: GerritR - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=91215752)


  • Stratocumulus lenticularis: linsenförmig

Stratocumulus lenticularis

Stratocumulus lenticularis

(Quelle: GerritR - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=90770707)

  • Stratocumulus volutus: eine langgezogene Stratoscumulus-Rolle, die sich oft entlang ihrer Horizontalachse zu drehen scheint.

Stratocumulus volutus

Stratocumulus volutus

(Quelle: ©HollyHarry - stock.adobe.com)


Unterarten:

  • translucidus: Position von Sonne/Mond hinter der Wolke gut sichtbar

Stratocumulus stratiformis translucidus (perlucidus)

Stratocumulus stratiformis translucidus (perlucidus)

(Quelle: Falcon747 - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=50664506)


  • perlucidus: mit Lücken zwischen den Haufen

Stratocumulus stratiformis perlucidus

Stratocumulus stratiformis perlucidus

(Quelle: ©funtay - stock.adobe.com)


  • opacus: Sonne / Mond werden hinter der Wolke komplett verdeckt. Meist sind die Einzelwolken zu einer durchgehenden Schicht ohne Lücken zusammengewachsen. Die Einzelwolken lassen sich durch Helligkeitsunterschiede erkennen, die durch Höhenunterschiede der Wolkenobergrenze entstehen.

Stratocumulus stratiformis opacus:  Im Gegensatz zum Stratus sind in der Struktur einzelne Ballen und Walzen erkennbar

Stratocumulus stratiformis opacus:

Im Gegensatz zum Stratus sind in der Struktur einzelne Ballen und Walzen erkennbar

(Quelle: Famartin - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=98948700)


  • duplicatus: zwei oder mehrere Wolkenschichten übereinander

  • radiatus: parallele Bänder

Stratocumulus stratiformis opacus:  Im Gegensatz zum Stratus sind in der Struktur einzelne Ballen und Walzen erkennbar

Stratocumulus stratiformis radiatus (perlucidus): Quer zu den Bändern ist auch eine leichte undulatus-Struktur erkennbar

(Quelle: ©Kevin - stock.adobe.com)


  • undulatus: wellenförmiges Muster

Stratocumulus stratiformis undulatus (perlucidus)

Stratocumulus stratiformis undulatus (perlucidus)

(Quelle: ©Katherine Rock - stock.adobe.com)


  • lacunosus: mit Löchern, die ein wabenförmiges Muster erzeugen


Sonderformen:

  • virga: Fallstreifen welcher den Boden nicht erreicht (nur bei tiefen Temperaturen)

Stratocumulus stratiformis perlucidus opacus virga

Stratocumulus stratiformis perlucidus opacus virga

(Quelle: Nicholas Hartmann - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=52080759)


  • praecipitatio: Niederschlag erreicht den Erdboden, wenn dann meist Nieselregen

  • mamma: beutelförmige Ausstülpungen nach unten

  • cavum: mit Loch in der Wolkenschicht

  • fluctus:

Stratocumulus fluctus

Stratocumulus fluctus

(Quelle: June Grønseth - International Cloud Atlas, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=57573401)


  • asperitas

Stratocumulus stratiformis opacus asperitas

Stratocumulus stratiformis opacus asperitas

(Quelle: ©photoopus - stock.adobe.com)


Verwechslungen:

  • Wolken mit starkem Kontrast, Wolkenoberseite turm- bis domförmig, klare Wolkenuntergrenze, meist starke Quellungen: Cumulus

  • Wattebausch-artig ausgefranst, jedoch klare Wolkenuntergrenze und Oberseite oft domförmig, Haufen der Windrichtung entlang angeordnet: Cumulus fractus

  • Haufen <5° (kleiner als 3 Fingerbreiten bei 30° ausgestreckter Hand): evtl. Altocumulus

  • durchgehende Schicht, die strukturlos erscheint (keine durch Helligkeitsunterschiede sichtbare Ballen, Walzen oder Rollen): Stratus, Altostratus oder Nimbostratus

  • deutlicher Regen: Altostratus, Nimbostratus oder Cumulonimbus

  • zerfetzte Wolkenschicht, Fetzen sind rundum eckig und ausgefranst: Stratus fractus


Was sagen uns die Stratocumuli?:

  • ohne Beteiligung von Cumulus an der Wolkenbildung, zeigt eine Stratocumulus-Bewölkung ungeordnete Turbulenz an. Auf der Höhe der Wolken dürfte sich eine feuchte Luftschicht befinden, wo durch ungeordnete turbulente Hebung Luftpakete über das Kondensationniveau gehoben werden.

  • wenn sie sich eine Stratocumulus-Bewölkung aus den oberen Bereichen von Cumuli ausbreitet, dann verhindert eine stabile Schicht (meist Inversion) eine weitere konvektive Hebung. Dabei vermindert sich die Wahrscheinlichkeit, dass sich am selben Tag noch Gewitter entwickeln. Doch aufgepasst: die Inversion kann auch später durchbrochen werden, so dass die Cumuli weiterwachsen können. Deshalb: Trotzdem achtsam und vorsichtig bleiben!

  • Wenn sich nach dem Durchzug einer Warmfront (Ende von langanhaltendem Langregen mit dichter Nimbostratus-Bewölkung) die Bewölkung auflockert (Warmsektor) treten u.a. Stratocumuli auf. Dabei ist je nach Wettersituation mit dem Eintreffen einer Kaltfront nach ein paar Stunden bis ein paar Tage zu rechnen.

  • wenn im Warmsektor Stratocumuli aufkommen, der Luftdruck stark fällt und sich gegen Westen eine mächtige Wolkenfront nähert, befindest du dich kurz vor dem Durchzug einer Kaltfront

  • Stratocumulus castellanus: Aus den Türmen kann sich eine Cumulus congestus mit Schauern und sogar eine Cumulonimbus mit Starkregen und Gewitter bilden.

  • Stratocumulus lenticularis: analog Altocumulus lenticularis


Cumulus


Es sind wie Stratocumulus eine haufenförmige Wolken des unteren Stockwerkes. Dabei lässt die Wolkenunterseite ein scharfes Kondensationsniveau erkennen und auch der konturenreiche Wolkenrand ist sehr deutlich von der Umgebung abgegrenzt. Die Wolkenoberseite ist turm- bis domförmig ausgebildet. Die der Sonne zugewandten Bereiche sind von deutlich weisser Farbe, während die Schattenseiten meist sehr dunkel erscheinen.

Typische Cumulus: Klares Kondensationsniveau mit scharfer Untergrenze, Oberseite domförmig, Ränder klar abgegrenzt und kontrastreich. Zahlreiche Quellungen («Blumenkohl-ähnlich»)

Typische Cumulus: Klares Kondensationsniveau mit scharfer Untergrenze, Oberseite domförmig, Ränder klar abgegrenzt und kontrastreich. Zahlreiche Quellungen («Blumenkohl-ähnlich»)

(Quelle: ©Philippe - stock.adobe.com)


Cumulus-Wolken entstehen meist durch Hebung aufgrund von Thermik oder auch durch kleinräumigen orographisch erzwungenen Aufstieg. Sobald die Luftpakete den Taupunkt unterschreiten, setzt Wolkenbildung ein. Geliefert mit Feuchtigkeit aus den vom Boden aufsteigenden Luftpaketen wächst die Wolke in die Höhe. In diesen aufsteigenden Bereichen innerhalb der Wolke bilden sich die typischen Quellungen, die den Wolke ab einer gewissen Mächtigkeit ein Blumenkohl-artiges Aussehen verleihen.

Blumenkohl-Quellungen im Detail

Blumenkohl-Quellungen im Detail

(Quelle: ©Anthony - stock.adobe.com)


Bevor sich bei der Hebung die Wolke bildet, kann bereits ein Dunstschleier sichtbar sein. Dabei wird die Luft zwar so weit abgekühlt, dass die kleinen Dunstteilchen wachsen können, doch der Taupunkt wird noch nicht unterschritten. Sobald dies aber der Fall ist, können eigentliche Wolkentröpfchen entstehen. In dieser Frühphase sind es noch kleine flache Haufen (Art «Cumulus humulis»). Quellungen sind dann meist erst andeutungsweise zu erkennen.

kleine Cumulus humilis

kleine Cumulus humilis

(Quelle: ©fovito - stock.adobe.com)


Mit weiterem Höhenwachstum werden die Quellungen immer deutlicher («Cumulus mediocris»). Wächst die Wolke weiter in die Höhe, dann sind es bald mächtige Türme, die sich weit ins mittlere Stockwerk erstrecken («Cumulus congestus»). Bei diesen mächtigen Cumuli sind dann sogar kurze Regenschauer möglich. Die Niederschlagsbildung erfolgt dabei durch das Zusammenwachsen von Wolkentröpfchen (warmer Regen) ohne Beteiligung von Eiskristallen. Sobald die oberen Bereiche gefrieren, geht die Wolke in eine Cumulonimbus über, die Gewitter mit Starkregen, sowie Blitz und Donner bringen können.

kleine Cumulus humilis

sich türmende Cumulus congestus

(Quelle: Famartin - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=54622646)


Verhindert eine Inversion oder sonst stabile Schichtung in einer bestimmen Höhe weiteres Wachstum, dann breiten sich die Cumuli seitlich aus. Dann bilden sich seitlich neben der eigentlichen Cumulus (je nach Höhe) Stratocumulus («Stratocumulus cumulogenitus») oder Altocumulus («Altocumulus cumulogenitus»). Dabei ist wichtig zu betonen, dass dabei die im Wachstum gestoppte Cumulus auch weiterhin eine Cumulus bleibt, einfach halt mit seitlich koexistierenden Strato- oder Altocumulus. Das weitere Wachstum bleibt vorerst gestoppt. Wird die stabile Schicht später durchtstossen (z.B. durch Tageszeit bedingte stärkere Sonneneinstrahlung), dann kann die Cumulus weiter wachsen.

  Aus den Cumulus mediocris breiten sich seitlich Stratocumuli aus

Aus den Cumulus mediocris breiten sich seitlich Altocumuli aus

(Quelle: ©Frank Wagner- stock.adobe.com)


Koexistierende Cumulus humulis und Stratocumulus

Koexistierende Cumulus humulis und Stratocumulus


Cumuli können auch von unten in eine bereits existierende Schicht von Stratocumulus oder Altocumulus hineinwachsen oder diese gegebenenfalls durchstossen. Wenn das der Fall ist, dann ist keine seitliche Ausbreitung der Cumulus zu beobachten. Die Stratocumulus- oder Altocumulusschicht ist dann meist gegen die Cumulus etwas ausgedünnt.

  Cumulus mediocris dringen durch eine Stratocumulus-Schicht

Cumulus mediocris dringen durch eine Stratocumulus-Schicht

(Quelle: ©PnPy- stock.adobe.com)


Cumulus congestus können auch durch das Wachstum der Türme von Stratocumulus castellanus entstehen. In diesem Falle haben die koexistierenden Cumulus und Stratocumulus eine gemeinsame Wolkenbasis.


Das Wachstum der Cumuli wird nicht nur durch stabile Luftschichten, sondern auch durch das seitliche Ansaugen von Luft ausserhalb der Wolke (Eintrainment) behindert. Je trockener diese Frischluft, desto ausgeprägter ist dieser Effekt.


Bei turbulenten Winden können die Cumuli auseinandergerissen werden. Dabei bilden sich ausgefranste Ränder («Cumulus fractus»).

der Wind reisst einzelne Wolkenteile oder auch die ganze Wolke auseinander

der Wind reisst einzelne Wolkenteile oder auch die ganze Wolke auseinander

(Quelle: ©nick- stock.adobe.com)


Ähnliche Effekte sieht man auch durch Windscherung (unterschiedliche Windgeschwindigkeit zwischen Wolkenunter- und obergrenze).

die Zunahme der Windstärke mit der Höhe lässt diesen Cumulus congestus zu Seite neigen

die Zunahme der Windstärke mit der Höhe lässt diesen Cumulus congestus zu Seite neigen

(Quelle: Par Ralph F. Kresge #0831 — http://www.photolib.noaa.gov/historic/nws/wea00088.htm, wea00088, Historic NWS Collection, Domaine public, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=424348)


Entstehung:

  • durch Thermik in den aufsteigenden Bereichen der Konvektionszellen, sofern die Luftpakete über das Kondensationsniveau gehoben werden

  • im Gebirge durch orographische Aufwinde (evtl. in Kombination mit Thermik), typischerweise im Bereich von sonnenbeschienen Hängen durch Hangaufwinde

an den von der Sonne beschienenen Hängen (hier Blick zum Südhang des Wettersteinmassives) bilden sich mit dem Hangaufwind bevorzugt Quellwolken

an den von der Sonne beschienenen Hängen (hier Blick zum Südhang des Wettersteinmassives) bilden sich mit dem Hangaufwind bevorzugt Quellwolken

  • durch starkes Wachstum der Türme von Stratocumulus castellanus («Cumulus stratocumulogenitus»)

  • durch Umbildung von Stratocumulus oder Stratus

  • Cumulus fractus: als Pannus-Fetzen unterhalb von Altostratus, Nimbostratus oder Cumulonimbus mit Niederschlag

Arten:

  • Cumulus humulis: kleine und flache Cumuli. Mit einer geringen vertikalen Ausdehnung sind sie viel breiter als hoch. Die Quellungen sind dabei, wenn überhaupt, erst andeutungsweise zu erkennen. Niederschlag ist daraus nicht möglich.

Cumulus humulis: kleine und flache Cumuli. Mit einer geringen vertikalen Ausdehnung sind sie viel breiter als hoch. Die Quellungen sind dabei, wenn überhaupt, erst andeutungsweise zu erkennen. Niederschlag ist daraus nicht möglich.

Cumulus humilis

(Quelle: Thomas Bresson - Own work, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=26189296)

  • Cumulus mediocris: deutliche vertikale Ausdehnung bis ungefähr so hoch wie breit. Die Quellungen sind deutlich erkennbar. Niederschlag daraus ist sehr selten. Meist wird dieses Entwicklungsstadium gegen die Mittagszeit erreicht.

Cumulus mediocris: deutliche vertikale Ausdehnung bis ungefähr so hoch wie breit. Die Quellungen sind deutlich erkennbar. Niederschlag daraus ist sehr selten. Meist wird dieses Entwicklungsstadium gegen die Mittagszeit erreicht.

Cumulus mediocris

(Quelle: By Incola - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=23316151)

  • Cumulus congestus: mächtige Cumulus, die meist deutlich höher als breit ist. Die Form der Wolke erinnert mit den Quellungen an Blumenkohl. Es können sich kurzzeitige und lokale Regenschauer daraus bilden. Durch den Wind trennen sich zum Teil im oberen Bereich der Wolke Teile ab. Diese lösen sich dann rasch auf, evtl. auch unter Bildung von virga. Wenn die oberen Wolkenteile vereisen, dann findet die Verwandlung zu einer Cumulonimbus statt.

Cumulus congestus: mächtige Cumulus, die meist deutlich höher als breit ist. Die Form der Wolke erinnert mit den Quellungen an Blumenkohl. Es können sich kurzzeitige und lokale Regenschauer daraus bilden. Durch den Wind trennen sich zum Teil im oberen Bereich der Wolke Teile ab. Diese lösen sich dann rasch auf, evtl. auch unter Bildung von virga. Wenn die oberen Wolkenteile vereisen, dann findet die Verwandlung zu einer Cumulonimbus statt.

Cumulus congestus

(Quelle: CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=100358)

  • Cumulus fractus: Die Wolke wird den Wind stetig auseinandergerissen. Dabei entsteht das Wattebausch-artige Aussehen. Die Oberseite kann aber trotzdem noch die eher runde Form aufweisen. Da durch den störenden Wind auch das vertikale Wachstum begrenzt ist, handelt es sich in der Regel um flache und kleine Wolken. Das Aussehen verändert sich sehr schnell und kontinuierlich.

Cumulus fractus: Die Wolke wird den Wind stetig auseinandergerissen. Dabei entsteht das Wattebausch-artige Aussehen. Die Oberseite kann aber trotzdem noch die eher runde Form aufweisen. Da durch den störenden Wind auch das vertikale Wachstum begrenzt ist, handelt es sich in der Regel um flache und kleine Wolken. Das Aussehen verändert sich sehr schnell und kontinuierlich.

Cumulus fractus

(Quelle : CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=74401)


Unterarten:

  • radiatus: parallele Bänder. In diesem Fall spricht man auch von Wolkenstrassen («cloud streets»). Meist ist es die Art «Cumulus mediocris».

Cumulus mediocris radiatus ("Wolkenstrassen")

Cumulus mediocris radiatus ("Wolkenstrassen")

(Quelle: ©photodigitaal.nl- stock.adobe.com)


Sonderformen:

  • virga: Fallstreifen welcher den Boden nicht erreicht, in der Regel aus Cumulus congestus.

Cumulus mediocris virga

Cumulus mediocris virga

(Quelle: KANNABIRAN K - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=60353130)

  • praecipitatio: Niederschlag erreicht den Erdboden (in der Regel aus Cumulus congestus)

  • fluctus: wenn, dann bei Cumulus humilis

Cumulus humilis fluctus

Cumulus humilis fluctus

(Quelle: GerritR - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=74787597)



Begleitwolken:

  • pannus: Wolkenfetzen unter der eigentlichen Cumulus

  • pileus: mit Kappe über der Hauptwolke

Cumulus mediocris pileus

Cumulus mediocris pileus

(Quelle: By James St. John - Pileus cloud &amp; cumulus clouds (mid-afternoon, 9 August 2016) (Yellowstone, Wyoming, USA), CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=87767178)

  • velum: mit einem seitlichen Schleier («Altostratus-Ring»)

Cumulus congestus velum

Cumulus congestus velum

(Quelle: Simon Eugster/Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=101211)


Verwechslungen:

  • sehr hohe Wolke, die im oberen Bereich eine faserige («Cirrus-ähnliche») Struktur mit undeutlichen Rändern aufweist (Zeichen der Vereisung), evtl. mit Amboss und/oder Blitz und Donner: Cumulonimbus

  • langandauernder Regen: Altostratus oder Nimbostratus

  • Wolkenuntergrenze undeutlich, Obergrenze meist flach, Ränder undeutlich abgegrenzt und eher kontrastarm: Stratocumulus

  • sieht aus wie Cumulus fractus, aber Unterseite durchgehend eckig-zerrissen: Stratocumulus floccus

  • sieht aus wie Cumulus fractus, aber Wolke aus rundum eckig-ausgefransten Fetzen: Stratus fractus


Was sagen uns die Cumuli?:

  • die Cumuli zeigen grundsätzlich kleinräumige Aufwinde an, die entweder thermisch oder orographisch (bzw. Kombination aus beiden) bedingt sind

  • bei starkem Wachstum können sich Cumuli zu mächtigen Cumulonimbi weiterentwickeln, die Starkregen und evt. Blitz und Donner bringen können. Es lohnt sich das Wachstum der Cumuli während des Tagesverlaufes stets im Blick zu haben. Je früher und schneller die Cumuli in die Höhe wachsen, desto grösser ist das Risiko einer späteren Gewitterbildung. Altocumulus castellanus am frühen Morgen oder Pileus-Kappen während des Wachstums, zeigen eine Atmosphäre an, wo die Entwicklung zu Cumulonimbus günstig ist.

  • Wenn sich die Cumuli ab einem bestimmten Zeitpunkt seitlich ausbreiten, dann liegt darüber eine Inversion oder sonst eine stabile Luftchichtung vor, welche die Thermik-Hebungen und somit weiteres Wachstum der Wolke stoppt. Für erste kann dann Entwarnung gegeben werden, doch das Wetter muss weiter beobachtet werden: Wenn später die Inversion durchstossen wird (z.B. bei höherem Sonnenstand mit stärkerer Thermik), dann kann die Wolke weiterwachsen (sichtbar als Türme).

  • werden die Cumuli durch Winde auseinandergerissen («Cumulus fractus»), dann ist deren Wachstum stark erschwert und dadurch die Gewitterneigung eher gering


Cumulonimbus



Quellen


Gavin Pretor-Pinney (2006) – The Cloudspotters Guide, The Science, History and Culture of Clouds, ISBN 978-1-101-20331-6

Gösta H. Liljequist und Konrad Cehak (1979) – Allgemeine Meteorologie, 2. verbesserte und erweiterte Auflage, ISBN 13:978-3-528-13555-3


Hans Häckel (2018) – Wolken und andere Phänomene am Himmel, 1. korrigierter Nachdruck 2021, ISBN 978-3-8186-0264-2


Hans Häckel (2016) - Meteorologie, 8. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage, ISBN 978-3-8463-4603-7 (eBook)

Hans Häckel (2007) - Wetter & Klimaphänomene, 2. völlig neu bearbeitete Auflage, ISBN 978-3-8001-5414-2


Karl Gabl (2014) – Bergwetter, Praxiswissen vom Profi zu Wetterbeobachtung und Tourenplanung, PDF-ISBN 978-3-7654-8720-0


Peter Albisser (2017) - Wetterkunde für Wanderer und Bergsteiger, 6. vollständig überarbeitete Auflage, ISBN 978-3-85902-424-3