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Sternbilder am Nachthimmel ohne technische Hilfsmittel erkennen

Aktualisiert: 14. Sept. 2023

Ein Blick in den klaren nächtlichen Sternenhimmel irgendwo mitten in der Natur beeindruckt wohl die allermeisten Menschen. Doch erkennst du dabei die Sternbilder am Nachthimmel? Der «Grosse Wagen» ist durch seine hellen Sterne und seine charakteristische Form für viele Leute gut zu erkennen. Die Namen wie «Stier, Zwillinge, Krebs, etc. » werden den einen oder anderen Personen vielleicht noch als «Sternzeichen» bekannt sein. Spätestens dann ist aber Schluss. Am Nachthimmel die Sternbilder ohne Hilfsmittel frei bestimmen zu können, das ist eine Kunst die nur wenige beherrschen. Und ich garantiere dir: es ist ein tolles Gefühl!


Draussen in der Nacht die Sternbilder ohne technische Hilfsmittel bestimmen zu können ist eine Fertigkeit die einen schönen Sternenhimmel noch vertrauter und interessanter machen. Wie du diese Kunst erlernen kannst, zeige ich dir hier im Artikel. Ausserdem zeige dir den «erdflow_SkyLearner», eine von mir entwickelte Sternbild-Lernapplikation (kostenloses Lerntool)

Erkennst du die Sternbilder?

Erkennst du die Sternbilder?

(Quelle: bearbeitet aus ©ekim - stock.adobe.com)


Inhaltsverzeichnis



Vorteile des Sternenhimmel-Kennens


Was bringt es genau die Sternbilder am Nachthimmel zu kennen? Klar, in der modernen zivilisierten Welt wirst du auch ohne dieses Wissen überlegen. Technik beschert uns doch ein geniales Leben, trotzdem kann und wird auch in Zukunft beispielsweise ein schöner Sonnenuntergang wohl immer noch die meisten Leute beeindrucken...und genau so tut dies auch ein spektakulärer Sternenhimmel.


Das Bedürfnis nach Nähe zur Natur, bzw. Naturverbundenheit, ist trotz Zivilisation immer noch da und wird auch in Zukunft im menschlichen Bedürfnis verankert bleiben. Wenn du die Sternbilder von alleine erkennen kannst, dann werden dir die Lichtpunkte da oben vertraut. Für Ungeübte kann das «chaotisches Lichtmuster» zwar auch beeindruckend sein, durch den fehlenden «Wiedererkennungseffekt» wird dieses keine Vertrautheit hervorrufen. Doch genau diese Vertrautheit macht am Ende das Erlebnis draussen intensiver, verbundener und entspannter!

Bereit deine Naturverbundenheit aufs nächste Level zu bringen?

Bereit deine Naturverbundenheit aufs nächste Level zu bringen?

(Quelle: ©Alex - stock.adobe.com)


Das Kennenlernen des Sternenhimmel ist ausserdem die Grundlage für diverse praktische Fertigkeiten im Bushcraft / Survival, so wie das Bestimmen der Himmelsrichtungen ohne technische Hilfsmittel

oder das Ablesen der Sternenuhr.

Die meisten Survival-Bücher zu dem Thema zeigen dir auch, wie du relativ einfach den Polarstern, der immer nach Norden zeigt, mit Hilfe des Grossen Wagens bestimmen kannst. Wenn der nördliche Himmel jedoch bedeckt ist, sei durch Wolken, Berge oder Lichtverschmutzung, dann bringt dir das nichts. In diesem Fall sind andere Methoden nötig, welche eine vertiefte Kenntnis des Nachthimmels voraussetzen.


Daneben gibt noch eine Reihe weiterer kleinerer Motivationen: Es kann eine allgemeine Begeisterung für Astronomie sein oder das du mit diesem Wissen andere Leute beeindrucken willst :-)


Smartphone-Apps


Mittlerweile gibt es eine grosse Anzahl an Augmented-Reality Apps fürs Smartphone, die dir die «mühsame» Arbeit abnehmen können. Einfach die Kamera auf den entsprechenden Himmelsabschnitt richten und schon zeigt es dir das entsprechende Sternbild. Also ist das Erlernen des Sternbild-Erkennens überflüssig?


Die Antwort ist ganz klar: Nein! Mit dem Smartphone wirst du weder Naturverbundenheit erleben, noch in der Lage sein dich ohne technische Hilfsmittel am Nachthimmel orientieren zu können. Doch eines sage auch ganz klar: der Lernweg führt trotzdem über die Technik. Die eben genannten Smartphone Apps sind nämlich tolle Lernwerkzeuge, die es zu nutzen gilt. Noch besser als die Bestimmungsapps ist meine Sternbild-Lernapplikation «erdflow_SkyLearner», doch dazu später.


Du wirst die Kunst auch ohne technische Hilfsmittel erlernen können, doch letztere können (sofern richtig eingesetzt) deinen Lernfortschritt enorm beschleunigen! Das Lernen mit der Technik hilft dir dabei schneller von der Technik unabhängig zu werden!

Sternbilder mit dem Smartphone bestimmen lassen.

Sternbilder mit dem Smartphone bestimmen lassen.

(Quelle: ©Nejron Photo - stock.adobe.com)


Mustererkennungssoftware im Kopf


Der chaotisch anmutende Sternenhimmel hat in Tat und Wahrheit ein geordnetes Muster. Die Sterne bewegen sich zwar, doch die Anordnung der Sterne untereinander bleibt Nacht für Nacht dieselbe. Dort wo wir Menschen in den Lichtpunkten ein bekanntes Muster (wie ein Grosser Bär, ein Löwe, ein Skorpion, etc.) erkennen, wurden Sternbilder definiert. Die Sternbilder helfen uns, als Referenzen im Lichtpunkt-Muster, Ordnung ins scheinbare Chaos zu bringen (siehe Artikel «Was ist eigentlich ein Sternbild?»)

stereographische Karte des Nordhimmels

stereographische Karte des Nordhimmels


Das eigentliche Prinzip beim Erlernen vom Erkennen der Sternbilder ist, dass du deine Mustererkennungssoftware trainiert. So gibt es ja mittlerweile Computer-Programme, die aus gescannten Büchern oder Handschriften automatisch die Buchstaben erkennen. Dasselbe machst auch du, wenn die gerade diese Zeilen liest: aus irgendwelchen komischen Zeichen wie «h» erkennst du automatisch den Buchstaben mit seinem Namen und seiner Bedeutung dahinter, ohne dass du grosse kognitive Anstrengungen tätigen musst. Das kannst du heute jedoch nur, weil du dies in der Schule mit etwas Anstrengung und Übung erlernt hast. Dabei hast du ein Mustererkennungssystem fürs Lesen «lateinischer Alphabete» aufgebaut.


Bei den Sternbildern geht es um das Erkennen von Mustern in der Anordnung von Lichtpunkten (Sterne). Im Gegensatz zu den Buchstaben haben verschiedenen Sternbilder immer dieselbe Anordnung untereinander. Ein Löwe wird immer links von der Jungfrau liegen und der Schwanz des Adlers immer zum Schütze zeigen.


wichtige Grundlagen


Wenn du draussen die Sternbilder am Nachthimmel erkennen willst, dann wirst du bald feststellen, dass sich die Sterne ständig bewegen, sowohl im Tages-, als auch im Jahresverlauf. Aus diesem Grund wird sich auch die Ausrichtung und Position eines Sternbildes stetig verändern. Wenn du die groben Mechanismen, welche diesen Bewegungen zugrunde liegen nicht verstehst, dann wirst du dabei rasch überfordert sein.


Falls du dich in den astronomischen Grundlagen noch nicht auskennst, empfehle ich dir, dies erst nachzuholen. Dabei kann ich auf frühere Artikel von mir verweisen:


Hier die Kurzfassung: Wichtig zu wissen ist, dass sich die Sterne wegen der Erdrotation ständig (wie die Sonne) bewegen. Die Zugbahnen am Himmelsgewölbe sind je nach Blickrichtung verschieden. Nach Süden machen sie, wie die Sonne, eine bogenförmige Bahn von Ost nach West. Nach Norden entsprechen sie einer Kreisbewegung um den Polarstern. In unserer Perspektive scheinen die Bewegungen unterschiedlich zu sein, doch in der 3D-Betrachtung sind alle Ebenen der Stern-Zugbahnen parallel zueinander angeordnet (siehe untere Grafik):

Zugbahnen der Sterne am Himmelsgewölbe. Die Zugbahnen der Sterne sind immer parallel zueinander angeordnet.

Zugbahnen der Sterne am Himmelsgewölbe. Die Zugbahnen der Sterne sind immer parallel zueinander angeordnet.


Die Zeitdauer für eine vollständige 360°-Eigenrotation der Erde beträgt 23:56:04 Stunden. Dieselbe Zeitdauer hat auch eine vollständige 360°-Drehung der Sterne am Nachhimmel der Erde, deshalb spricht man auch vom Sterntag. Nach dieser Zeit befindet sich ein Stern wieder an der exakt selben Position wie am Vortag. In den 4 Minuten dazwischen dreht die Erde weiter um sich selbst und mir ihr auch die Sterne am Nachthimmel.

Eine vollständige 360°-Eigenrotation der Erde dauert ca. 23:56 Stunden (= Sterntag). Nach dieser Zeit befindet sich der Stern am Nachthimmel der Erde wieder an derselben Position. Etwa 4 Minuten später, zur selben Uhrzeit wie dem Tag zuvor, also nach ca. 24:00 Stunden (= Sonnentag), befindet sich der Stern etwas weiter im Westen, weil sich die Erde in dieser Zwischenzeit weiter um sich selbst gedreht hat.

Eine vollständige 360°-Eigenrotation der Erde dauert ca. 23:56 Stunden (= Sterntag). Nach dieser Zeit befindet sich der Stern am Nachthimmel der Erde wieder an derselben Position. Etwa 4 Minuten später, zur selben Uhrzeit wie dem Tag zuvor, also nach ca. 24:00 Stunden (= Sonnentag), befindet sich der Stern etwas weiter im Westen, weil sich die Erde in dieser Zwischenzeit weiter um sich selbst gedreht hat.


Ein Stern wie z.B. Formalhaut (Sternbild Südlicher Fisch), der sich in einer Nacht («1. Tag») um 00:00 (Mitternacht) exakt in südlicher Richtung befindet, wird sich deshalb in der nächsten Nacht («2. Tag») wiederum um 00:00 etwas weiter im Westen befinden. Die Sterne gehen so jede Nacht etwas früher im Osten auf und etwas früher im Westen unter. In einem Tag sind das zwar nur 4 Minuten, in einem Monat aber bereits schon 2 Stunden. Aus diesem Grund sieht man im Süden zu einem gegebenen Zeitpunkt (z.B. Abends) je nach Jahreszeit andere Sternbilder.

Ein Stern (z.B. Formalhaut) befindet sich 23:56 Stunden (= 1 Sterntag) später an derselben Position wie am Vortag. Weitere 4 Minuten später, um die gleiche Uhrzeit wie am Vortag (nach 24:00 Stunden = 1 Sonnentag), liegt er etwas weiter im Westen.

Ein Stern (z.B. Formalhaut) befindet sich 23:56 Stunden (= 1 Sterntag) später an derselben Position wie am Vortag. Weitere 4 Minuten später, um die gleiche Uhrzeit wie am Vortag (nach 24:00 Stunden = 1 Sonnentag), liegt er etwas weiter im Westen.


Im Norden, wo die Zugbahnen der Sterne nie unter den Horizont fallen, sind die Sterne an jedem Tag und zu jedem Zeitpunkt (vorausgesetzt ohne Lichtverschmutzung oder Bewölkung) sichtbar. Man nennt sie deshalb «zirkumpolare Sternbilder». Im Jahresverlauf ändert sich nur ihre Lage zu gegebener Uhrzeit.


Wie gehe ich vor?


Das Grundprinzip ist im Grunde ganz einfach: Als erstens brauchst du eine Referenz, d.h. ein einfach zu erkennendes Sternbild mit hellen Sternen und einfacher Form (z.B. Grosser Wagen). Sobald du dieses am Nachthimmel erkennen kannst, lernst du seine «Nachbarn» kennen. Sobald du auch diese am Nachthimmel erkennen kannst, lernst du wiederum dessen Nachbarn kennen. So kannst du dich Schritt für Schritt dem gesamten Sternenhimmel annähern. Achte dabei auf folgenden Strukturen:


Form des Sternbildes: Dazu eigen sich am besten als Eselsbrücken folgende Analogien:

  • Buchstaben: z.B. Krone («u»), Kassiopeia («w»), Perseus / Krebs («λ»), Fische («V»), Adler («T»)

  • Geometrische Formen: z.B. Zwillinge / Pegasus (Rechteck), Herkules (Trapez), Leier (Parallelogramm), Steinbock (Dreieck), Bärenfänger (Drachenviereck), Fuhrmann / Schlangenträger (Kreis)

  • reale Objekte: z.B. Kepheus (Haus), Orion (Kaffeekanne)

  • der eigentliche Sternbildname entspricht wirklich sehr gut dem Sternmuster: z.B. Grosser Bär, Wasserschlange, Dreieck, Giraffe

  • gewisse Sternbilder wie z.B. Jungfrau, Grosser Hund, Löwe, Drache, Eridanus oder Stier brauchen jedoch etwas mehr Kreativität

Form des Sternbildes: Dazu eigen sich am besten als Eselsbrücken folgende Analogien. Beispiel von Form-Analogien

Beispiele von «Form-Analogien»


Ausrichtung der Sternbild-Form: Wie ist die Form des Sternbildes ausgerichtet? So zeigt z.B. die Oberseite des «u» der Krone oder des «w» von Kassiopeia jeweils gegen den Polarstern. Dasselbe gilt auch für «die lange Seite des Trapezes» von Herkules.


Helligkeitsunterschiede der Sterne: Die Sterne haben am Nachthimmel verschiedene Helligkeiten. Dieser Kontrast gibt den Sternbildern ebenfalls ein charakteristisches Muster. Es lohnt sich auch ein Auge auch die besonderes hellen Sternen, bzw. deren Anordnung im Sternbild, zu haben.


Anordnung der Sternbilder untereinander: Um von einem Sternbild zum nächsten zu kommen eignen sich z.B. folgende Muster:

  • mehrere Sternbilder sind parallel zur Zugrichtung angeordnet

  • Sternbilder sind senkrecht zur Zugrichtung angeordnet

  • Form eines Sternbildes zeigt zu einem anderen Sternbild (z.B. Schwanz des Adlers zeigt zum Schütze)

  • ein schwaches Sternbild befindet sich zwischen zwei helleren Sternbilder

Anordnung der zirkumpolaren Sternbilder

Anordnung der zirkumpolaren Sternbilder


Anordnung der Winter-Sternbilder

Anordnung der Winter-Sternbilder


Anordnung der Frühlings-Sternbilder

Anordnung der Frühlings-Sternbilder


Anordnung der Sommer-Sternbilder

Anordnung der Sommer-Sternbilder


Anordnung der Herbst-Sternbilder

Anordnung der Herbst-Sternbilder


Schaue dir also die Sternkarten an und mache dir deine eigene Gedanken, bzw. Strategien. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!


Die Fähigkeit von der Form direkt ein Sternbild zu erkennen, entwickelt sich erst mit der Übung. Je öfter du die Anordnung der Lichtpunkte eines Sternbildes betrachtest (ob am Himmel, einer Sternkarte oder meiner Lernapplikation), desto rascher baut sich die Mustererkennungssoftware in deinem Kopf auf. Wenn du ein Sternbild am Nachthimmel erkennst, versuche jeweils seine Form, die Anordnung bezüglich seiner Nachbarn und auch seine Zugbahn bewusst nachzuvollziehen.


Es wird dir am Anfang immer wieder passieren, dass du draussen nicht sicher oder völlig verloren bist. Nutze in diesem entweder ein Smartphone-App oder die Drehbare Sternkarte von Kosmos.


Mit einer drehbaren Sternkarte von Kosmos kannst du dir den Nachthimmel für einen bestimmten Tag im Jahr zu einer bestimmenden Uhrzeit darstellen. Es sind die «analoge Alternative» zu den Smartphone-Apps. Ihr Einsatz bedingt aber, dass du draussen die Himmelsrichtungen kennen musst.

(Quelle: kosmos.de)


Lernbooster: SkyLearner


Du wirst sicher nicht immer die Zeit und Lust haben, jede Nacht raus zu gehen. Möglicherweise wohnst du auch in einer Grossstadt mit grosser Lichtverschmutzung. Manchmal kann auch der Himmel über Tage wolkenverhangen sein. Hier kommt das mir entwickelte kostenlose Lerntool «SkyLearner» zum Zug. Dieses ist nicht nur für das Lernen von Zuhause aus perfekt, sondern kann deinen Lernfortschritt durch die interaktiven Übungen enorm boostern. Die Schwierigkeit kannst du Schritt für Schritt auf dein Lernniveau anpassen. Es handelt es sich um eine Browserapplikation, die auf den meisten Smartphones jedoch problemlos funktioniert.



Hauptmenü des erdflow_SkyLearner

Hauptmenü des SkyLearner


Es sind folgende Übungsmodi möglich:

  • Spot: finde die Sternbilder am Himmel

  • Sternbild?: Bestimme Sternbilder

SkyLearner Lerne Sternbilder am Sternenhimmel zu erkennen. Bestimme Sternbild
  • Stern?: Bestimme wichtige Sterne

SkyLearner Lerne Sternbilder am Sternenhimmel zu erkennen. Bestimme Stern
  • Rotate: Drehe Sternbilder in den korrekten Winkel

SkyLearner Lerne Sternbilder am Sternenhimmel zu erkennen.
  • Puzzle: ordne vertauschte Sternbilder

SkyLearner Lerne Sternbilder am Sternenhimmel zu erkennen. Puzzle
  • Drag’n’Drop: Ziehe Sternbilder in die richtige Position

SkyLearner Lerne Sternbilder am Sternenhimmel zu erkennen. Drag'n'Drop

Die Schwierigkeit kannst du steuern, indem du rechts auf den Button diverse Anzeigen (Namen, Blickrichtung, Linien, etc) ein- oder ausschaltest.

Die Übungen kannst du, durch ein- und ausschalten der Buttons rechts, einfacher oder schwieriger gestalten


Dabei kannst du die Übungen entweder für den ganzen in Mitteleuropa sichtbaren Sternenhimmel oder auch nur für zirkumpolare, Winter-, Frühlings-, Sommer- oder Herbst-Sternbilder durchführen. Dazu einfach auf den Button oben links klicken. Ebenfalls kannst du dort auswählen, ob du nur die wichtigsten Sternbilder lernen willst.



Nördlicher Sternenhimmel

Die Sternbilder des nördlichen Sternenhimmels

Die Sternbilder des nördlichen Sternenhimmels


Ich empfehle dir mit dem nördlichen Nachthimmel zu beginnen. Denn dort sind die Sternbilder zirkumpolar, d.h. befinden sich zu jeder Zeit über dem Horizont. Als Referenz bietet sich der Grosse Wagen an. Der Grosse Wagen ist der helle Teil des Sternbildes Grosser Bär. Er hat eine einfache Form, die an einen Wagen inklusive Deichsel erinnert. Seine genaue Stelle ist abhängig von der Jahres- und Tageszeit. Für den Zeitpunkt am Abend um 22:00 sind die Standorte des Grossen Bären nach Jahreszeit in der folgenden Grafik dargestellt.

Anordnung vom Grosser Bär und Kleiner Bär, mit der Position um 22:00 je nach Jahreszeit

Anordnung vom Grosser Bär und Kleiner Bär, mit der Position um 22:00 je nach Jahreszeit


Wie du auf dem Bild erkennen kannst, dreht der Grosse Bär von der Erde aus ausgesehen, wie alle Sternbilder der nördlichen Richtung, auf einer kreisförmigen Bahn um den Polarstern. Der Polarstern befindet sich in Mitteleuropa ca. 50 Grad über dem Horizont und befindet sich immer exakt in der nördlichen Richtung. Dies macht ihn für die Orientierung so interessant. Man findet ihn, wenn man die Hinterachse des Grossen Wagens 5x verlängert. Der Polarstern selbst ist das Ende des Kleinen Bärens. Der kleine Bär hat nahezu die Form des Grosses Wagens, einfach etwas kleiner (eigentlich müsste man vom Kleinen Wagen sprechen). Die «zwei Wagen» sind immer senkrecht zueinander angeordnet.


Südlicher Sternenhimmel


Der südliche Sternenhimmel zeigt sich etwas anders. Hier bewegen sich die Sternbilder auf einer bogenförmigen Zugbahn von Osten nach Westen. Grosse Bereiche des südlichen Sternenhimmels (ab Deklination -40 Grad) sind bei uns in Mitteleuropa nicht mehr sichtbar.


Diejenigen, die sichtbar sind, befinden sich teilweise unter dem Horizont. So ist je nach Tages- und Jahreszeit immer nur ein Abschnitt des südlichen Sternenhimmels am Nachthimmel sichtbar. Entsprechend des Auftretens am Abend teilt man die Sternbilder in Winter-, Frühlings-, Sommer- und Herbst-Sternbilder ein. Als Referenz eigen sich z.B. je nach Jahreszeit folgende markante Sternbilder:

  • Winter: Orion (Form von zwei gegenüberstehenden Trapezen)

  • Frühling: Löwe (unterhalb vom Grossen Wagen)

  • Sommer: Adler (im «Sommerdreieck» mit den drei hellen Sternen Altair-Deneb-Vega)

  • Herbst: Pegasus (mit dem grossen Viereck)

Die Wintersternbilder des südlichen Sternenhimmels

Die Wintersternbilder des südlichen Sternenhimmels


Die Frühlingssternbilder des südlichen Sternenhimmels

Die Frühlingssternbilder des südlichen Sternenhimmels


Die Sommersternbilder des südlichen Sternenhimmels

Die Sommersternbilder des südlichen Sternenhimmels


Die Herbststernbilder des südlichen Sternenhimmels

Die Herbststernbilder des südlichen Sternenhimmels


Quellen


Arnold Hanslmaier (2015) - Den Nachthimmel erleben, Sonne, Mond und Sterne - Praktische Astronomie zum Anfassen, ISBN 978-3-662-46031-3


Hermann-Michael Hahn und Gerhard Weiland (2017) – Drehbare Kosmos-Sternkarte, Sterne finden, Planeten entdecken, ISBN 978-3-440-15451-9


Klaus M. Schittenhelm (2016) - Sterne finden, ganz einfach, 4. aktualisierte Ausgabe, ISBN 978-3-440-16244-6


W.E. Celnik und H.M. Hahn (2015) - Astronomie für Einsteiger, Schritt für Schritt zur erfolgreichen Himmelsbeobachtung, ISBN 978-3-440-14878-5

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